Oberfinanzdirektion soll Parkhausprojekt prüfen
Am Montag fällt endgültige Entscheidung zum Abriss der Häuser Scheibnerstraße 1-3 - Bis dahin wird das Statikgutachten erwartet
Annaberg-Buchholz. Annaberg-Buchholz. Das Schicksal der Häuser Scheibnerstraße 1-3 in Annaberg-Buchholz soll am Montag endgültig besiegelt werden. An dem Tag erwartet die Stadtverwaltung das Gutachten des Statikers. "Wir gehen davon aus, dass er grünes Licht für den Abriss gibt", sagte Thomas Proksch, Wirtschaftsbürgermeister in der Kreisstadt, zur Sitzung des Technischen Ausschusses am Donnerstagabend. Passiert das, soll noch dieses Jahr - wie vergangene Woche im Stadtrat beschlossen - der Rückbau der Häuser bis auf Höhe der Scheibnerstraße erfolgen. Mit dem anfallenden Bauschutt ist ein Verfüllen der Kellerbereiche vorgesehen. Damit werde der erforderliche Gegendruck erzeugt, damit die Scheibnerstraße nicht wegrutscht. Technologisch sei das machbar, habe ein am Dienstag mit der Abrissfirma geführtes Gespräch ergeben.
"Ich habe die Befürchtung, dass wir abreißen, das geplante Parkhaus aber gar nicht zum Tragen kommt. Wie geht es dann weiter? Ich bin der Meinung, dass wir uns als Stadt von dem Planungsbüro Pöschmann-Panzer trennen sollten", betonte Rat Rolf Schmidt (Freie Wählergemeinschaft). CDU-Mann Thomas Siegel sah dies ähnlich. Seinen Worten zufolge soll die Stadt das aktuelle Projekt zu den Akten legen und stattdessen das beim Ideenwettbewerb zweitplatzierte Schwarzenberger Büro beauftragen, ebenfalls eine konkrete Kostenschätzung abzugeben. "Sollte die auch eine Summe von rund 4,8 Millionen Euro ergeben, können wir uns von dem Vorhaben Parkhaus an der Scheibnerstraße komplett verabschieden", so Siegel.
Das ist für die Stadt derzeit aber noch kein Thema. "Wir wollen uns in dieser Sache externen Sachverstand ins Boot holen, aber nicht, indem wir ein anderes Büro beauftragen", stellte Proksch klar. Vielmehr wolle man sich mit dem vorliegenden Parkhaus-Projekt an die Oberfinanzdirektion Chemnitz wenden. Sie soll prüfen, wo eventuell Kosten eingespart werden könnten. Anschließend müsse dann der Rat darüber entscheiden, ob mit dem Büro Pöschmann-Panzer weiter gearbeitet wird oder nicht.
Grit Weiß (Freie Wählergemeinschaft) konnte dennoch nicht nachvollziehen, weshalb die Häuser jetzt unbedingt und ganz schnell abgerissen werden müssen. "Die sind nicht von der Substanz, die morgen einen Einsturz befürchten lässt", meinte Weiß. Man hätte sich damit auch die 60.000 Euro sparen können, mit denen die Stadt dem letzten Mieter den Auszug "versüßt" habe.


