Rätsel um den Herzinfarkt im Erzgebirge

Arbeitsgruppe forscht sachsenweit

Annaberg-Buchholz. Noch nie sind seit der Jahrtausendwende so wenige Menschen im Erzgebirgskreis an einem Herzinfarkt gestorben wie 2010. Dies zeigen die aktuellsten Daten des Statistischen Landesamtes in Kamenz. Während im Jahr 2000 bei exakt 589 Patienten aus der Region ein Herzinfarkt tödlich endete, waren es eine Dekade später nur noch 427.

Allerdings hat der Erzgebirgskreis auch den zweithöchsten Wert bei den Zahlen von Herzinfarkttoten in Sachsen - umgerechnet auf die Bevölkerung. Je 100.000 Einwohner sind es statistisch 115 Todesfälle. Nur in Görlitz sind es mit 163 mehr.

Generell sterben immer weniger Deutsche an einem Herzinfarkt, berichtet Ernst Bruckenberger. Der Mediziner ist Autor des 23. Herzberichts auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Düsseldorf. Der Anteil der am akuten Herzinfarkt Gestorbenen an allen Verstorbenen ist von 2000 bis 2010 kontinuierlich von 8,5 Prozent auf 6 Prozent gesunken. Allerdings bestätigt der Experte auch starke regionale Unterschiede. So liegt Sachsen derzeit mit fast 25Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Eine Reihe deutscher Regionen sind mittlerweile mit sogenannten Brustschmerz-Einrichtungen (Chest Pain Units, CPU) zur optimalen Diagnose und Behandlung von Herzinfarkten versorgt: Neben Dresden und Leipzig haben laut der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie auch zwei Chemnitzer Krankenhäuser diese Anlaufstellen. Bruckenberger: In 57 beziehungsweise 67,9 Prozent der 84 Kreise, in denen bis Juli 2011 eine der 122 deutschen CPU errichtet wurde, liegt die Sterbeziffer für den akuten Herzinfarkt bereits jetzt teilweise deutlich unterm Bundesdurchschnittswert.

Das Sozialministerium Sachsens hat eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Landesärztekammer beauftragt, Ursachen für die starken regionalen Unterschiede zur Herzinfarktsterblichkeit zu finden. Der Erzgebirgskreis als Problemfall ist bei der Frage und der zu suchenden Antwort exemplarisch: Warum gehen hier die Todeszahlen so stark zurück, während sie in Ostsachsen steigen? Warum liegt das Erzgebirge bei den Sterbezahlen pro 100.000 Einwohner deutlich höher als etwa der Landkreis Zwickau (83 Fälle)?

 
Seite 1 von 2
Rätsel um den Herzinfarkt im Erzgebirge
"August der Starke zum Beispiel ist nicht ganz unschuldig"
 
erschienen am 09.01.2012 ( Von Jan Oechsner )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)
Das könnte Sie auch interessieren
 

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Wetteraussichten für Annaberg-Buchholz
Mo

14 °C
Di

11 °C
Mi

11 °C
Do

11 °C
Fr

°C
präsentiert von
Ärztliche Notdienste

Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiter lesen
 
Neu

Nachrichten aus dem Erzgebirge bei Facebook

Die "Freie Presse" Erzgebirge ist nun auch auf Facebook mit einer eigenen Seite vertreten. Dort finden Sie Neuigkeiten aus den "Freie Presse"-Lokalredakionen Annaberg-Buchholz, Aue, Schwarzenberg, Stollberg, Marienberg und Zschopau und sind somit stets auf dem Laufenden.

>> Zum Facebook-Auftritt

 
Wählen Sie den Erzistar 2013!
 
 
Freie Presse vor Ort

09456 Annaberg-Buchholz
Markt 8
Telefon: 03733 141-0


Öffnungszeiten:
Mo. bis Do. 9.00 - 17.30 Uhr, Fr. 9.00 - 13.00 Uhr

weiter lesen
 
Freien Presse Immobilien

Immobilienangebote für Annaberg-Buchholz

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Annaberg

Immobilienportal

► Mietangebote

► Kaufangebote

 
Unsere Partner
aok
chursächsische
 
 
 
 
 
 
 
Blumen versenden

Traumhafte Frühlingszeit

Machen Sie einem lieben Menschen eine Freude und überraschen Sie ihn mit schönen Frühlingsblumen.

weiter lesen