Rathaus Schlettau steht kurz vor der Sanierung

Statische Probleme bereiten den Stadtvätern Sorgen

Schlettau. Im Rathaus von Schlettau haben demnächst die Bauleute das Sagen: Das denkmalgeschützte Gebäude muss dringend saniert werden. "Durch unsachgemäße Eingriffe in die Bausubstanz, die in der Vergangenheit vorgenommen wurden, ist das Haus in seiner Standsicherheit stark gefährdet", erläutert Bauamtsleiter Roland Georgi die derzeitige Situation.

Im ersten Obergeschoss, wo sich neben dem Ratssaal und dem Zimmer des Bürgermeisters weitere Büros befinden, soll wieder eine tragende Wand eingezogen werden, deren unsachgemäße Entfernung für deutlich sichtbare Probleme am Haus sorgt: Wer genau hinschaut, entdeckt die Wölbungen im Mauerwerk schon von außen. Im Inneren zeigen deutliche Risse in den Wänden, dass hier schnelles Handeln angesagt ist. Beginnen soll der erste Bauabschnitt so rasch wie möglich: "Anfang August findet eine letzte Beratung zur Sanierung statt. Dann muss der Stadtrat die Ausschreibungen auf den Weg bringen, sodass wir möglichst im September mit den Arbeiten anfangen können", erläutert Roland Georgi.

Nicht ganz unschuldig an den Schäden ist auch der Echte Hausschwamm, der sich in Teilen des Balkenwerks eingenistet hat und dazu beiträgt, dass tragende Teile der Konstruktion weggefault sind. Vor allem das Gewölbe im Erdgeschoss ist in Gefahr, weiß der Baufachmann: "Wir müssen die Tragfähigkeit der Decken verbessern und damit Druck von den Gewölbekappen nehmen."

Gleichzeitig soll das Rathaus behindertengerecht umgebaut werden: Anstelle eines alten Schornsteins wird ein Aufzug installiert, der alle Etagen miteinander verbindet. Die bislang im Erdgeschoss befindliche Heizung wird künftig im ehemaligen Frühstücksraum unter dem Dach ihren Platz finden. In der derzeit noch genutzten Wohnung soll das Archiv untergebracht werden. "Wir wollen das Dachgeschoss so ausbauen, dass die Aufteilung der Räume jederzeit verändert werden kann, dabei aber die historisch wertvollen Balken erhalten", blickt der Bauamtsleiter voraus.

Die Kosten für das Vorhaben, zu dem unter anderem der Einbau eines zweiten Fluchtweges, der Neubau von Sanitärräumen sowie die Restaurierung der gemalten Wappen in der Eingangshalle gehören, liegen bei rund 300.000 Euro, der Eigenanteil der Kommune beträgt etwa 100.000 Euro.

Da das sächsische Förderprogramm zur städtebaulichen Sanierung, aus dem die Mittel stammen, Ende diesen Jahres ausläuft, ist nach Georgis Worten derzeit unklar, wann der geplante zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden kann.

 
erschienen am 18.07.2010 ( Von Petra Kaden )
 
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