Für Falk Wendrock, den Vorsitzenden des Schnitzvereins "Heimatliebe" Crottendorf, sind die erzgebirgischen Schnitzertage immer etwas Besonderes.
Foto: Dirk Trautmann
Rekordjagd bei den Schnitzertagen
Großer Andrang im Haus des Gastes "Erzhammer" - Humor der Arbeiten wird besonders bewundert
Annaberg-Buchholz. Annaberg-Buchholz. Rekordverdächtig - so das Fazit zu den 18. Erzgebirgischen Schnitzertagen in Annaberg-Buchholz. Knapp 1400 Gäste zog das hölzerne Spektakel am Wochenende an. Damit sei der Rekord aus dem Vorjahr beinahe erreicht, hieß es von Gabriele Lorenz, Chefin des Haus des Gastes "Erzhammer".
"Wir konnten 160 Schnitzer begrüßen, 28 Vereine haben sich beteiligt", erklärte Lorenz erfreut. Im Laufe der Jahre werde der Platz in den Räumen des "Erzhammer" immer kostbarer, scherzte die Leiterin der Einrichtung. Als Rekord bezeichnete sie außerdem die rege Teilnahme am diesjährigen Schnitz- Wettbewerb zum Thema "Wald und Forst". "Fast 60 Arbeiten wurden dazu abgegeben", erzählte Lorenz stolz.
Doch die Schnitzer stellten nicht nur schon Geschaffenes aus, sie ließen sich auch bereitwillig genau auf die Finger schauen. Die Besucher durften teilhaben, wenn ein Schnitzer einem Stück Lindenholz förmlich Leben eingehauchte - wenn zum Beispiel mit viel Fantasie und Können eine Rehgruppe vervollständigt wurde oder ein Bergmann seinen Vollbart erhielt.
Dabei zeigte sich, dass es weder Altersgrenzen für das Hobby Schnitzen gibt, noch der Einstieg zwangsläufig in jungen Jahren erfolgen muss.
So hat der 64-jährige Zschopauer Erwin Volkmann erst vor einem Jahr ernsthaft mit dem Schnitzen begonnen. Und am Wochenende stellte er bereits einige seiner Arbeiten aus. "Als Kind hatte ich es mal versucht, aber dann viele Jahrzehnte kein Schnitzmesser in die Hand genommen. Im vergangenen Jahr hat es mich dann gepackt", erzählte der Zschopauer. Aber auch die ganz jungen Schnitzer waren vor Ort, beispielsweise die Gebrüder Bergelt aus Grumbach. Der siebenjährige Justin schnitzte am Sonntag für die Annaberger Besucher, sein drei Jahre älterer Bruder Jeremy zeigte am Samstag Kostproben seines Könnens. "Mir macht es einfach Spaß", beschrieb Jeremy Bergelt den Grund für sein hölzernes Hobby.
Für Falk Wendrock, den Vorsitzenden des Schnitzvereins "Heimatliebe" Crottendorf, war das Engagement bei den erzgebirgischen Schnitzertagen eine Selbstverständlichkeit. "Es werden von Jahr zu Jahr mehr Teilnehmer, es ist gesellig hier und macht uns Schnitzern viel Spaß."
Den hatten auch die Gäste im Erzhammer. "Die Schnitzertage sind wunderbar. Was uns begeistert, ist der besondere Humor mancher Schnitzer", sagten Hannelore und Gunter Fuchs. Wie ihn zum Beispiel der Annaberg-Buchholzer Klaus Reichert bei seiner Figurengruppe zeigte: Ein Bübchen pinkelt in einen mit Quellwasser gefüllten Trog, während sich eine alte Frau das Gesicht wäscht. Interview


