Noch bis Sonntag erstrahlt der Annaberger Weihnachtsmarkt in hellem Lichterglanz.

Foto: Thomas Wittig

Schließt Weihnachtsmarkt zu früh?

Debatte über Verlängerung bis Heiligabend stößt auf geteiltes Echo

Annaberg-Buchholz.Nach drei Wochen schließt am Sonntagabend der Weihnachtsmarkt in der Kreisstadt seine Pforten. Am 4.Advent nach der großen Bergparade ist das völlig in Ordnung, sagen die einen. Anderen wiederum ist das zu früh. Sie haben erst jetzt Urlaub und würden sich in den Tagen bis Heiligabend auch noch einmal gern vom Duft des Glühweins und gebrannter Mandeln verführen lassen.

Zu letzterer Gruppe gehört Thomas Weidauer. Der Chemnitzer ist berufstätig, wodurch er kaum Zeit für ausgedehnte Bummel über Weihnachtsmärkte der Region findet. "Würden sie allerdings bis Heiligabend offen haben, sehe das anders aus, weil man sich in den Tagen zwischen 4. Advent und dem Fest doch meist etwas Urlaub gönnt", sagt der Chemnitzer. Thomas Günther aus Ehrenfriedersdorf sieht das genau anders. "Ich gehe auch arbeiten. Trotzdem brauche ich keine Verlängerung des Weihnachtsmarktes. Das zieht sich dann einfach zu lange hin", ist er überzeugt. Christa und Volker Mühlbauer aus Bärenstein denken bei der Thematik in erster Linie an die Leute in den Buden: "Wir kommen auch aus dem Bereich Handel und wissen, wie das ist, wenn man vor dem Fest kaum Luft holen kann."

Auch unter den Händlern gehen die Meinungen über eine längere Öffnungszeit des Weihnachtsmarktes auseinander. Korbmachermeister Klaus Hecker sagt ganz klar: "Ich würde eine Verlängerung begrüßen. Sie bringt für uns so kurz vor Weihnachten mit Sicherheit nochmal einen Gewinn. Dagegen können nur die sein, die irgendwo fest angestellt sind. Ich bin selbstständig, da ist jeder Euro wichtig." Dabei könne er sich dieses Jahr keineswegs über den Umsatz beklagen.

Er ist bis jetzt wesentlich besser als im Vorjahr. Letzteres bestätigt auch Beate Bottner vom Annaberg-Buchholzer Hotel "Wilder Mann". "Vielleicht liegt das an unserer neuen Bude", mutmaßt sie. Für eine Ausweitung der Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes ist sie allerdings nicht. "Heute früh haben wir - die Betreiber von fünf Buden - zufällig über das Thema gesprochen. Der Tenor dabei war übereinstimmend, alles so zu belassen, wie es jetzt ist". 2007 war Heiligabend am Montag. Da sei am Tag zuvor - dem 4.Advent - kaum noch was los gewesen. Kritik übte Beate Bottner hinsichtlich der Parkplatzproblematik nicht nur für Besucher, sondern auch für Schausteller. Auch Toiletten stellten ein Problem dar. Die Variante im Rathaus sei einfach nicht ausreichend.

"Sicher sind zwischen dem 4. Advent und Heiligabend eine ganze Menge mehr Urlauber hier, die das Fest im Erzgebirge verbringen und nochmal über den Weihnachtsmarkt bummeln würden. Dennoch bin ich der Meinung, dass der Markt traditionell mit der Bergparade seinen Abschluss finden sollte", betont Evelin Breitfeld von der gleichnamigen Drechslerei in Annaberg-Buchholz. Sandy Durchleuchter-Bergner, die mit Obst und Schokospießen die Besucher verwöhnt, wäre dagegen einer Verlängerung nicht abgeneigt. "Das würde sich positiv in der Kasse bemerkbar machen."

 
erschienen am 17.12.2008 ( Von Thomas Wittig )
 
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