Schwebebahn erneut vertagt
Baupläne sind nicht mehr Bestandteil der Ratssitzung - Bürgermeister schweigt
Oberwiesenthal. Oberwiesenthal. Die Entscheidung ist vertagt. Der Stadtrat von Oberwiesenthal wird auf seiner Sitzung am Dienstag wieder nicht über die Zukunft der Schwebebahn entscheiden. Auf der Tagesordnung, die den Räten am Dienstagabend zuging, taucht der Punkt nicht auf.
Stattdessen war den Unterlagen eine kurze Mitteilung des Bürgermeisters beigelegt. Mirko Ernst (FDP) erklärt darin, "dass entgegen der Vorankündigung die Vorbereitung der Beschlussvorlage zum Ersatzneubau der Fichtelberg-Schwebebahn noch nicht abgeschlossen werden konnte, sodass sich eine Verschiebung des Tagesordnungspunktes erforderlich macht." Sobald ein neuer Termin feststünde, würde wieder informiert. Gründe nennt Ernst nicht. Trotz mehrerer Versuche, war das Stadtoberhaupt am Mittwoch nicht zu erreichen. Er sei den ganzen Tag bei einem Seminar, hieß es aus dem Rathaus. Ebenfalls nicht zu sprechen war Wolfgang Schmiedl, Geschäftsführer Fichtelberg Schwebebahn, und beauftragt, Angebote für den geplanten Bau einzuholen.
Siegfried Kuhnt, Stadtrat und Parteifreund von Mirko Ernst, kennt auch nicht die Hintergründe für die Verschiebung: "Ich wurde, wie alle Räte, am Dienstagabend informiert. Ich habe nun für die FDP-Fraktion am Freitag eine Sitzung einberufen. Dort wird uns der Bürgermeister sicher informieren." Kuhnt betont, dass noch in diesem Jahr eine Entscheidung fallen muss: "Spätestens Mitte Oktober müssen wir entschieden haben, ob und was wir bauen." Kuhnt geht davon aus, dass sobald alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, der Stadtrat zu einer Sondersitzung einberufen wird und eine Entscheidung fällt.
Für Heinz-Michael Kirsten, CDU-Stadtrat und Gegner eines Ersatzneubaus, bedeutet die Verschiebung eine Chance: "Jetzt ist der Raum da für grundsätzliche Gespräche." Aus seiner Sicht gibt es noch genügend Zeit, um über die Zukunft der Bahn zu entscheiden. "Ihr Tüv gilt noch bis November 2011. Außerdem wurde uns versichert, dass sie mit Ausnahmegenehmigungen die Wintersaison 2011/12 noch verrichten kann."


