Stadt stoppt geplanten Abriss des Hauses Scheibnerstraße 1-3
Grund: Finanzierung des Gesamtprojektes nicht geklärt - Werbering bangt um Parkhaus
Annaberg-Buchholz. Annaberg-Buchholz. Das Thema Parkhaus an der Scheibnerstraße schlägt weiter hohe Wellen. Wie die Landesdirektion (LD) Chemnitz auf "Freie Presse"-Anfrage mitteilte, liegt kein Fördermittelantrag der Stadt Annaberg-Buchholz für die Baugrubensicherung vor, die sich dem Abriss des Wohn- und Geschäftshauses Scheibnerstraße 1-3 anschließen soll. "Es hat dahingehend zwar Gespräche mit der Stadt gegeben, ein Antrag ist bei uns aber noch nicht eingegangen", erklärte Joachim Eckert, LD-Sprecher. Dabei ist aber genau das den Stadträten per Vorlage zur Sondersitzung am 16. August mitgeteilt worden.
"Das ist so korrekt. Ich bin an dem Abend der Sitzung davon ausgegangen, dass der Antrag raus ist", sagte am Mittwoch Wirtschaftsbürgermeister Thomas Proksch. Aufgrund der an jenem Montagabend vorliegenden Informationen habe für ihn auch noch festgestanden, dass das Parkhaus machbar ist. Inzwischen sehe das anders aus. "Kosten von 4,8 Millionen Euro sind für uns nicht darstellbar. Als ich davon erfahren habe, das war einen Tag nach der Stadtrats-Sondersitzung, gab es nur die Entscheidung, den Rückbau der Scheibnerstraße 1-3 nicht mehr zu beauftragen", erklärte Proksch.
Die Stadt müsse damit die für den Abriss zur Verfügung gestellten Fördermittel in Höhe von rund 136.000 Euro wieder zurückgeben. Zudem spiele auch das Thema Fördermittelantrag für die Baugrubensicherung vorerst keine Rolle mehr. "Unsere Aufgabe jetzt heißt, die Finanzierung des Gesamtprojektes zu klären. Das bedeutet, dass dieses Jahr an der Scheibnerstraße nichts mehr passieren wird", so der Wirtschaftsbürgermeister der Kreisstadt.
Für den Werbering sind das schlechte Nachrichten. Er fordert die Stadt auf, eine andere Lösung zu finden, sollte die 4,8-Millionen-Variante nicht zu stemmen sein. "Mit dem neuen Parkhaus können verschiedene Bereiche des städtischen Lebens wie Wohnen, Handel sowie Kultur und Tourismus positiv beeinflusst werden", heißt es in einer Stellungnahme des Werberings.


