Auch diese zwei bis drei Monate jungen Katzen suchen ein neuen Zuhause. Sindy Nentwich (links) zeigt die Katzenkinder Trulla und Chris. Mandy Pfau hält Bommer und Oman in den Armen.
Foto: Brigitte Streek
Vier von fünf Tieren finden neues Zuhause
130 Katzen, 79 Hunde und 27 Kleintiere sind seit Jahresbeginn im Tierheim aufgenommen worden
Annaberg-Buchholz. 130 Katzen, 79 Hunde und 27 Kleintiere wie Degus oder Vögel sind dieses Jahr bisher im Tierheim in Neu-Amerika aufgenommen worden. Dem gegenüber haben 83 Katzen, 76 Hunde und 26 Kleintiere ein neues Zuhause gefunden. Damit liegt das Heim im Trend der vergangenen Jahre.
Etwa 70 Prozent der aufgenommenen Tiere werden von ihren ehemaligen Besitzern im Heim abgegeben. Die übrigen sind Fundtiere. "Unserer Erfahrung nach werden in der Ferienzeit nicht mehr Tiere als sonst ausgesetzt", meint Tierheimleiter Klaus Graupner. Allerdings wurden in den vergangenen zwei Monaten mehrmals Katzen mit ihrem Nachwuchs in Kartons vor oder nahe bei dem Tierheim abgestellt. Auf diese Weise kamen etwa ein Dutzend Tiere in das Haus.
Unerwarteten Zuwachs gab es in der vergangenen Woche. Aus der Wohnung einer jungen Frau, die verhaftet wurde, hat Graupner einen Hund und vier Katzen geborgen. "Durch solche Einsätze entstehen für uns immer hohe Kosten. Für eine Katze, die wir aufnehmen, kostet die medizinische Grundbehandlung einschließlich Entwurmung und Impfung 35 Euro. Eine Katze aus der Wohnung der Frau hat einen Abszess an der Backe, sodass deshalb zusätzliche Tierarztkosten anfallen werden", erklärt Graupner.
Auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände stehen für die Hunde 24 Zwinger zu Verfügung. Für Katzen gibt es fünf Zimmer, in denen sie in Gruppen leben. Laut Graupner werden etwa 80 Prozent der Tiere vermittelt. "Mancher Hund findet innerhalb weniger Tage ein neues Zuhause. Wir haben aber auch einen Schäferhundmischling, der schon seit neun Jahren bei uns lebt", erzählt er.
Mit Interessenten, die ein Tier haben möchten, führt Graupner ausführliche Gespräche. Dabei geht es darum, ob das Umfeld stimmt, ob die neuen Besitzer genug Zeit für das Tier haben, ob der Wohnraum passt und ob sie genügend Geld für den Unterhalt haben. "Überhaupt nichts am Hut haben wir mit Leuten, die zwar mit offener Brieftasche kommen, aber erst bei uns überlegen, ob sie sich eine Katze oder einen Hund zulegen wollen", beschreibt Graupner weniger schöne Erfahrungen.
Das Tierheim bietet auch zeitweilige Plätze für Hunde, die zum Beispiel nicht mit in Urlaub fahren können, an. Dafür stehen vier Zwinger zur Verfügung, die in der Sommer- und Winterferienzeitzeit meist ausgebucht sind. Katzen als Pensionsgäste gibt es im Haus nicht. "Für sie wäre das ein zu großer Stress. Da wir verwilderte Katzen betreuen, bestünde zudem auch für geimpfte Katzen eine große Ansteckungsgefahr", so Graupner.
Das Tierheim finanziert sich mit dem Verkauf von Tieren, mit Spenden sowie mit Zuwendungen von Gemeinden im früheren Akltkreis Annaberg. "Dafür nehmen wir für sie bei Bedarf Fundtiere in Obhut - eine Aufgabe, die eigentlich den kommunalen Ordnungsämtern obliegt."
Tierheim Neu-Amerika
Das Tierheim liegt in Neu-Amerika zwischen Annaberg-Buchholz und Schlettau. Telefonisch zu erreichen ist es unter der Nummer 03733/622687
Innerhalb eines Jahres werden in dem Tierheim zwischen 400 und 550 Tiere - Katzen, Hunde und Kleintiere - aufgenommen. Etwa 80 Prozent werden an neue Besitzer vermittelt.
Ein Hund kostet zwischen 150 und 180 Euro. Das Tier ist ordentlich geimpft und mit einem Chip versehen, über den man den Hund beim Deutschen Haustierregister anmelden kann.
Eine Katze kostet 35 Euro (ohne Sterilisation) beziehungsweise 80 Euro (sterilisiert). Ein kastrierter Kater kostet 70 Euro.
Das Tierheim wird vom Tierschutzbund Annaberg-Buchholz und Umgebung betrieben. (so)


