In der Nähe der Backöfen der Annaberger Backwaren GmbH wird es bis zu 40 Grad Celsius warm. Da ist kaltes Mineralwasser eine echte Wohltat. So eine Erfrischung wissen auch Ofenführer Christian Hecht und Bäckermeister Michael Dreher (v. l.) zu schätzen.
Foto: Brigitte Streek
Wasser und Lüften hilft gegen Hitze
"Freie Presse" fragt in Betrieben und Einrichtungen, wie Erzgebirger dem Wetter Paroli bieten - Hitzefrei kein Thema
Annaberg-Buchholz/Crottendorf/Bärenstein. Annaberg-Buchholz/Crottendorf/Bärenstein. An "hitzefrei" denkt bei der Annaberger Backwaren GmbH trotz der derzeit tropischen Temperaturen niemand. "Da wir täglich frische Backwaren anbieten, können wir unseren Mitarbeitern nicht frei geben", sagt Karina Friedel, die Leiterin Verkauf/Marketing des 192 Mitarbeiter zählenden Unternehmens schmunzelnd. Trotzdem versucht man, die Belastungen durch die Hitze zu minimieren. "Für unsere Mitarbeiter an den Backöfen stellen wir kostenlos kalte Getränke bereit", so Karina Friedel.
"Ganz viel trinken - aber nichts Süßes, sondern Mineralwasser." Das ist das Rezept des Crottendorfers Jürgen Meyer. Der Dachdeckermeister und seine Mitarbeiter sind der Sonne besonders nahe. "Auf schwarzen Dächern kann es im Sommer bis zu 70 Grad Celsius heiß werden", weiß der Fachmann. An manchen Tagen beginnt die Arbeit deshalb mitunter früher, sodass mittags Zeit für eine längere Pause ist. "Soweit es möglich ist, versuchen wir, im Schatten zu arbeiten. Außerdem achten wir darauf, dass Arbeiten wie etwa Schweißen, wo zusätzliche Hitze entsteht, nicht bei größter Glut ausgeführt werden müssen."
Auch bei Hitze wird bei der Sparkasse Erzgebirge Schlips und Kragen getragen. Pressesprecher Kurt Rehahn nimmt das allerdings mit Humor: "Den obersten Hemdknopf kann man schon öffnen und den Schlips ein wenig lockern. Ansonsten hilft bei dem Wetter natürlich auch Mineralwassser."
Die 89 Mädchen und Jungen in der Kindertagesstätte "Kinderoase" am Karlsplatz in Annaberg-Buchholz sind gegen heiße Sommertage bestens gewappnet. Sie sind meistens im Garten. Steffi Köhler, die Leiterin der Einrichtung, weiß warum: "Dort stehen viele große Bäume, die Schatten spenden, sodass man dort die Hitze gar nicht spürt. Zudem haben wir ein Planschbecken aufgestellt. Und es stehen immer ausreichend Tee und Wasser bereit, damit die Kinder viel trinken." Bei soviel Vergnügen im Freien werden aber auch die Ruhezeiten nicht vergessen. "Vor dem täglichen Mittagsschlaf lüften wir die Räume richtig durch. Die Kinder können dann nur mit einem Bettlaken zugedeckt gut schlummern", sagt Steffi Köhler.
Die Mitarbeiter im Altenheim der Arbeiterwohlfahrt am Anton-Günther-Weg 7 in Bärenstein achten darauf, dass sich die 60 älteren Menschen, die im Haus wohnen, auch bei der Hitze wohlfühlen. "Über unserem Hausfunk geben wir jeden Morgen die aktuellen Temperaturen bekannt und weisen darauf hin, dass man jetzt viel trinken muss. Wasser, Tee und Saft stehen immer griffbereit", erklärt Heimleiterin Ines Fischer. Um die Hitze in Grenzen zu halten, werden in den Morgen- und Abendstunden alle Räume ordentlich gelüftet. In den Wohnbereichen sind Ventilatoren aufgestellt. Um die heiße Mittagzeit halten sich die Heimbewohner meistens im Haus auf. Angenehm sei es auch im Garten, in dem Bäume und zahlreiche Sonnenschirme Schatten spenden, betont Ines Fischer.


