Leon, Johannes, Nele, Erzieherin Konny Schilling und Leonie (von links) schließen mit dem symbolischen Schlüssel den Neubau an der Kindertagesstätte "Haus für Kinder" auf.
Foto: Marcel Weidlich
Bagger nur noch auf Kinderbildern
Neubau an Kindertagesstätte in Zschorlau eingeweiht
Zschorlau. Zschorlau. Die Knirpse im "Haus für Kinder" in Zschorlau jubeln: Am Montagvormittag haben sie ihr neues farbenfrohes Reich in Beschlag nehmen dürfen. Der 750 Quadratmeter große Anbau der Kindereinrichtung konnte auf drei Etagen erkundet werden. Im Gänsemarsch stapften die Kleinen durch die Eingangstür und bestaunten die neuen Räume.
1,4 Millionen Euro wurden bisher in die Einrichtung am Lerchenberg gesteckt. Der Träger, die Johanniter-Unfall-Hilfe, stemmt die Investition gemeinsam mit Gemeinde, Land, Bund und der Dietmar-und-Evelyne-Zimpel-Stiftung. 170 Kinder sollen dort insgesamt Platz finden. Kindergarten- und Krippenkinder haben ihre Räume bezogen, bis zum Jahresende folgen noch die 60 Hortkinder.
Dann sind auch die Sanierungsarbeiten im älteren Teil des Gebäudes abgeschlossen, die beiden in den 1970er und 80er Jahren erbauten Häuser für Hort und Krippe werden nächstes Jahr abgerissen. "Das Projekt erfüllt mich mit Stolz, es ist für eine Gemeinde unserer Größe eine beachtliche Leistung", sagte Bürgermeister Wolfgang Leonhardt (CDU).
Er hat den Bau genau verfolgt. Schon aus dem Grund, weil er täglich in der Einrichtung zugegen war, um seinen Sohn Niklas abzugeben. "In den letzten Tagen erinnerte die Stimmung fast ein klein wenig an den Trubel vor Weihnachten", berichtete Leonhardt. Der fünfjährige Bürgermeisterspross hatte im Gegensatz zum Vater Orientierungsschwierigkeiten: "Papa, wo muss ich denn jetzt hin? Ich kenne mich doch hier nicht aus."
Eine Bildergalerie mit Zeichnungen von Baggern und Baugerüsten zeigt, dass die Arbeiten am Haus von den vielen Kinderaugen genau unter die Lupe genommen worden waren. "Die Kinder begleiteten jeden Bauabschnitt. In Bildern war der Bau Thema, aber auch im täglichen Spiel", erzählte Rosemarie Schmutzler, Leiterin der Einrichtung. "Die Größeren passten auch auf, dass die Kleinen den Fahrzeugen nicht zu nahe kamen und übernahmen Verantwortung. Das hat mich beeindruckt." Heute erinnern nur noch die Zeichnungen der Kleinen an die Bagger.
Pfarrer Norbert Reißmann sprach am Freitag einen Segen über das Gebäude, zum Tag der offenen Tür am Samstag durften die Eltern sich im Neubau umschauen. "Die Rückmeldungen waren sehr positiv, besonders die farbliche Gestaltung kam gut an", meinte Leiterin Schmutzler. Die Räume bieten viel Platz. Unter anderem für verschiedene Werkstätten, in denen die Kinder forschen, Holz bearbeiten oder kreativ sein können. Demnächst soll noch eine Schreibwerkstatt hinzukommen, in der neben Buchstaben auch Fremdsprachen auf dem Plan stehen.


