Der Original-Nachbau der ersten sächsischen Schmalspurlok "I K" war am Wochenende dicht umlagert. Zukünftig soll sie mit Wagons auch über das Viadukt in Wilzschhaus bis zum völlig neu entstehenden "Hauptbahnhof" in Wernesgrün dampfen.
Brückenschlag via Wilzschhaus
Schmalspurbahnen-Stiftung initiiert Spendenaktion für Wiederaufbau eines Viadukts
Wilzschhaus. Wilzschhaus. Die große Eisenbahn-Brücke vor den Toren des Schönheider Ortsteils Wilzschhaus soll wieder aufgebaut werden. Für das 162 Meter lange Viadukt ist am Wochenende beim Brückenfest in Wernesgrün eine Spendeninitiative gegründet worden.
Ideengeber für die Aktion "Via Wilzschhaus" ist die Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen. "Wir wollen technische Meisterleistungen in Sachsen für nachfolgende Generationen bewahren", betonte Stiftungsvorsteher Andreas Winkler. Das Wilzschhauser Bauwerk sei zugleich aber auch Bindeglied zwischen Nachbargemeinden sowie von enormer kultureller und tourismuswirtschaftlicher Bedeutung für die Region.
Als längste sächsische Schmalspurbahnbrücke war sie trotz ihres guten technischen Zustands nach der Stilllegung der Strecke Wilkau - Carlsfeld 1980 abgerissen und größtenteils verschrottet worden. Nur die 13 Meter hohen Natursteinpfeiler aus dem Baujahr 1893 stehen bis heute. Die Überwindung des Tals der Zwickauer Mulde gilt als unabdingbare Voraussetzung für jenes große Tourismusprojekt, das zukünftig Freizeitangebote im Westerzgebirge und im Ostvogtland miteinander verknüpfen soll. Dazu sind der Wiederauf-, Aus- und teilweise Neubau der Regelspurroute Schönheiderhammer - Wilzschhaus - Muldenberg sowie der Kleinbahntrasse Carlsfeld - Wilzschhaus - Schönheide - Stützengrün - Rothenkirchen - Wernesgrün geplant.
Die erste von vier Bauetappen kann nächstes Jahr gestartet werden. Von Kosten zwischen 20 und 25 Millionen Euro ist die Rede. Davon sollen die sechs betroffenen Gemeinden insgesamt zehn Prozent schultern. Für die spätere Betreibung denkt man gemeinsam mit dem Erzgebirgs- und dem Vogtlandkreis an die Bildung eines Zweckverbands. In Dresden ständen die Signale für das Vorhaben bereits auf Grün sagte Winkler.
Vogtland-Landrat Tassilo Lenk prophezeite: "Ein weiteres Kleinod im Vier-Länder-Raum Sachsen, Bayern, Thüringen und Böhmen wird entstehen." Der Wernesgrüner Gemeindechef Günter Pürer nannte das Ganze eine historische Chance für die Entwicklung des sächsischen Fremdenverkehrs. Sein Schönheider Amtskollege Kai Wilhelm forderte deshalb alle Verantwortlichen auf, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Die Kosten für den Wiederaufbau der Brücke werden auf ein bis zwei Millionen Euro geschätzt.


