Belinda und Marco Bärthel aus Aue gehörten am Wochenende zu den zahlreichen Züchtern aus nah und fern, die ihre Stubentiger bei der internationalen Rassekatzenschau in Bad Schlema präsentiert haben. Ihre Samtpfote namens Dalia zählt zur Rasse Britisch Kurzhaar.
Foto: Marcel Weidlich
Details entscheiden über Erfolg
Züchter aus nah und fern zeigen 200 Tiere bei Rassekatzenausstellung in Bad Schlema
Bad Schlema. Bad Schlema. Eine Anreise von rund 700 Kilometern hat Ruth Wegmann auf sich genommen, um am Wochenende bei der internationalen Rassekatzenausstellung in Bad Schlema dabei sein zu können. Perser sind seit zirka 20 Jahren die große Leidenschaft der Schweizerin. Und sie weiß, worauf es bei den edlen Samtpfoten ankommt. "Eigentlich bin ich vor allem als Preisrichterin unterwegs."
Am Samstag und Sonntag jedoch gehörte sie im Kulturhaus "Aktivist" zu den zahlreichen Züchtern aus nah und fern, die gut 200 Tiere präsentierten. Diese trugen teils klangvolle Namen wie Bonita von der Reichen Zeche oder Antonius vom Waldzauber. "Ich freue mich, endlich wieder selbst ausstellen zu können. Dazu hatte ich zuletzt leider viel zu wenig Zeit", sagte Ruth Wegmann. Sowohl in der Rolle als Preisrichterin als auch auf der "anderen Seite" der Züchter legt sie viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres der Stubentiger. "So eine Schau ist eine Schönheitskonkurrenz. Da entscheiden Details", erklärte die Frau aus Biberist.
Kopf, Augen, Körperbau, Qualität des Fells und dessen Zeichnung - all das sind Kriterien, nach denen Rassekatzen bewertet werden. "Man sieht auf den ersten Blick, wie viel Mühe die Züchter investieren, um ihre Tiere bestmöglich in Szene zu setzen." In Bad Schlema fühlte sich die Schweizerin pudelwohl. "Auch wenn es durch die Anreise etwas anstrengend ist: Die Leute hier sind total nett."
Marianne Färber hört das sicher gern. Die 73-Jährige ist die Vorsitzende des Erzgebirgischen Rassekatzenvereins Bernsbach. Der Klub zählte bei seiner Neugründung 1990 knapp 20 Mitglieder. Inzwischen sind es mehr als 250 in ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich und sogar Frankreich. Der Zuspruch kommt laut Färber nicht von ungefähr. "Trotz der Größe des Vereins geht es bei uns sehr familiär zu. Wir beraten unsere Mitglieder, lassen keinen mit Problemen allein", so die Bad Schlemaerin. Vom Kitten- bis zum World-Champion - etliche Pokale wurden am Wochenende vergeben. Rassekatzen seien im Vergleich zu normalen Hauskatzen anspruchsvoller und anschmiegsamer.
Das geht Familie Locke aus Wildbach mit ihren beiden Norwegischen Waldkatzen ähnlich. Die Wildbacher gehörten neben Züchtern aus Zwönitz, Schwarzenberg, Aue und Schneeberg zu den Ausstellern aus der Region. Die 2003 geborene Sara-Jessica vom Wildpfeil bevorzugte es, sich quasi unsichtbar zu machen und rollte sich im Käfig in ein kleines Schaffell ein. "Die Katzen gehören meiner Mutti Silke. Sie stammen aus Hainichen, wir züchten nicht selbst", sagte Sabine Locke, die die rassigen Samtpfoten als pflegeleicht einschätzt. "Wie Hauskatzen gehen sie raus, wir wohnen nahe am Wald. Man muss sie nur regelmäßig kämmen, damit das Fell nicht verfilzt."


