Foto: Foto angewandte Kunst
Exotisches aus Schneeberg
Designstudenten am Freitag bei Modenschau der Welthungerhilfe in Berlin dabei
Schneeberg. Die interkulturelle Reise zwischen Schneeberg und Peru endet am Freitag - und zwar in Berlin. Dort stellen die Modedesign-Studenten der Angewandten Kunst die Arbeit des vergangenen halben Jahres vor. Das Beste daran: Am Ende steht eine oder einer von ihnen als Sieger da.
Die zehn jungen Leute, die am Freitag ihre Mode an echten Models bewundern können, haben ihr 3. Semester damit zugebracht, eine Kollektion aus indianischen Stoffen zu schneidern. Es sollte Mode werden, die gleichzeitig modern und den Traditionen verbunden ist. So hat sich beispielsweise Jörn Wonneberger mit peruanischen Dämonen und dem Totenkult beschäftigt. Herausgekommen ist dabei jedoch ein durchaus freundliches Modell (Foto: Angewandte Kunst Schneeberg) - wenn es auch an einen Drachen erinnert.
Das ganze Projekt ist Bestandteil des dritten Modewettbewerbs der Welthungerhilfe. Der Schneeberger Fachbereich der Westsächsischen Hochschule Zwickau war das erste Mal dazu eingeladen. Insgesamt beteiligten sich zehn deutsche Modeschulen sowie eine Einrichtung aus der peruanischen Hauptstadt Lima und eine Designerin aus dem afrikanischen Mali.
Die Aufregung vor dem Abend in Berlin ist groß. Selbst an Dorette Bárdos geht das nicht vorbei. Sie hat die Arbeiten ihrer Studenten betreut, sah die Modelle wachsen und weiß um die Schwierigkeiten, die damit verbunden waren. "Der Stoff aus Peru war sehr locker gewebt. Das bedingt immer gewisse Ansprüche an die Verarbeitung", sagt Dorette Bárdos. So konnte auch nicht jeder Entwurf eins zu eins umgesetzt werden. Am Ende aber findet sie, dass ihre Studenten gut gearbeitet haben. "Es ist insgesamt ein sehr starkes Semester. Deswegen sind auch fast ausschließlich sehr gute Modelle entstanden", lobt sie.
Wie gut, das zeigt sich am Freitag erst, wenn am Abend im Palais im Funkturm 120 Modelle präsentiert werden, von denen zehn in Schneeberg entstanden. "Ich kenne die anderen Kollektionen auch noch nicht. Da lassen wir uns überraschen", so die Dozentin. Der Vergleich mit anderen Schulen sei jedoch wichtig, nicht nur für die Studenten. "Man läuft sich zwar manchmal bei Wettbewerben über den Weg, aber sonst haben die Schulen untereinander kaum Kontakt. Aber wir müssen doch auch sehen können, wo wir stehen." Und noch etwas ist in dem Zusammenhang interessant: In Schneeberg sind Drittsemestler am Werk gewesen. "In den anderen Schulen sind das in der Regel die Diplomarbeiten."
Ob man den Unterschied sieht? Da müssen die Studenten abwarten. Nach der Modenschau tagt die Jury und nennt von jeder Schule einen Sieger. Der wird dann mit der Welthungerhilfe auf Reisen in ein fernes Land gehen. Übrigens sitzt in der Jury nicht irgendwer, wie Dorette Bárdos hervorhebt. Zu den Juroren gehören Patricia Riekel, unter anderem Chefredakteurin von "Bunte", Torsten Hochstetter, Kreativ-Direktor bei Adidas und Liana Daskalov, Designer-Koordinatorin der Fashion Week Berlin. "Das ist gut", sagt die Dozentin. "So lernen uns diese Leute auch kennen." Und bei der Fashion Week wären die Schneeberger auch gern mal dabei.


