Gute Betreuung bei größtmöglicher Autonomie
In Lauter entsteht erstes Seniorenzentrum - Schwarzenberger investiert 6,5 Millionen Euro in Pflegeheim und betreutes Wohnen
Lauter. Lauter. Die Stadt Lauter bekommt endlich ein Seniorenzentrum. Andreas Wagner, der bereits die Seniorenresidenz Edelweiß in Schwarzenberg betreibt, hat der "Freien Presse" bestätigt, dass im Mai mit dem Bau begonnen werden soll. In das Pflegeheim mit kombiniertem betreutem Wohnen investiert die Wagner und Zimmer OHG nach eigenen Angaben rund 6,5 Millionen Euro.
Auch die Stadtverwaltung Lauter ist froh, dass pflegebedürftige Menschen damit nicht mehr auf umliegende Orte wie Aue, Schwarzenberg und Bernsbach ausweichen müssen. "Es gab oft Anfragen von älteren Menschen", sagte Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler).
Der Schwarzenberger Andreas Wagner ist vom Bedarf ebenso überzeugt. Die 48 Plätze des Hauses Edelweiß am Hofgarten seien zu 100 Prozent ausgelastet. Und aufgrund der demografischen Entwicklung könne man der Warteliste förmlich beim Wachsen zusehen. Die Prognose für Lauter sehe ähnlich aus. "Es ist ja auch vom Gesetzgeber so gewollt, dass alte Menschen möglichst nicht mehr umziehen müssen und Kontakte halten können", bekräftigt Wagner.
Einstimmig haben daher auch die Lauterer Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung dem Verkauf eines kommunalen Grundstücks an der Antonsthaler Straße - ehemaliger Standort der beiden Wohnblöcke des kommunalen Wohnungsunternehmens - zum Verkehrswert von 248.000 Euro an die Wagner und Zimmer OHG zugestimmt. Geschäftsführer Wagner hält das etwa 8000 Quadratmeter große, unbebaute Areal für seine Zwecke für besonders geeignet: "Es liegt nicht an einer lauten Straße und doch zentrumsnah."
Das dreigeschossige Haus soll 48 stationäre und zwei Kurzzeitpflegeplätze bieten. Ergänzt wird das Angebot durch 40 kleine Wohneinheiten auf zwei Etagen. Nach Wagners Erfahrung ist dieses betreute Wohnen bei noch rüstigen Senioren, die Wert auf ihre Selbstständigkeit legen, besonders gefragt. Er setzt in Lauter auf ein Hausgemeinschaftsmodell mit familiärem Charakter.
Das heißt, vier Wohnungen werden in einer Gruppe zusammengefasst und können beispielsweise Mahlzeiten gemeinsam zubereiten. "So ist keiner allein und es gibt doch Rückzugsmöglichkeiten", verdeutlicht Wagner. Auch bei den Pflegeplätzen steht Komfort im Vordergrund. So sollen nur Einzelzimmer mit Duschbad entstehen. "Das wird zunehmend gewünscht", weiß Wagner.
Um eine gute Betreuung zu gewährleisten, will Wagner in dem Seniorenzentrum in Lauter rund 40 Arbeitskräfte einstellen. Der Einzug der ersten Bewohner ist für Mai 2011 geplant.


