Mittelschule Schneeberg Schüler, Lehrer sowie Vertreter des FC Erzgebirge Aue - der Verein fungiert als Pate - bekennen Farbe bei einem bundesweiten Projekt: Die evangelische Mittelschule Schneeberg trägt jetzt den Titel "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage".

Foto: Marcel Weidlich

Keine Eintagsfliege: Titel verpflichtet dauerhaft

Evangelische Mittelschule Schneeberg sagt Rassismus und Gewalt den Kampf an

Schneeberg. Schneeberg. "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" - dazu bekennen sich die Mädchen und Jungen von Schneebergs evangelischer Mittelschule jetzt ganz offiziell. In diesen Tagen wurde ihnen der Titel des gleichnamigen Bundesprojekts verliehen. Als Pate stehen den Schülern die Fußballer des FC Erzgebirge Aue zur Seite. Dessen Präsident Bernd Keller findet, dass so viel Engagement belohnt werden sollte. Bei der Titelverleihung sorgte er für Jubel unter den jungen Leuten, als er ihnen kurzerhand und völlig überraschend für die heutige Partie der Veilchen gegen Wuppertal 120 Freikarten übergab.

"Für uns ist es eine Ehre, dieses Projekt begleiten zu dürfen", erklärte Keller. "Zumal der FCE - wie zahlreiche andere Sportvereine - seit vielen Jahren mit verschiedenen Aktionen gegen Rassismus kämpft." Toleranz ist laut Keller die Basis für ein friedliches Miteinander. Genau dem haben sich die Mittelschüler nun verschrieben - und verpflichtet. Denn das Anbringen des Schilds mit der Aufschrift "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" ist keine Eintagsfliege. Vielmehr will der Grundsatz gehegt, gepflegt und an andere weitergetragen werden. Dessen sind sich die Mädchen und Jungen bewusst. Neben einer Unterschriftensammlung setzte sich jede Klasse vorab mit dem Thema auseinander. Je ein Sprecher erklärte bei der Verleihungszeremonie kurz und bündig noch einmal Ziele. Diese beschränkten sich nicht nur auf die Gleichbehandlung von Mitmenschen mit anderer Hautfarbe oder Herkunft. Ganz oben auf der Liste: keine Gewalt und nicht wegschauen, wenn andere in Not sind. Auch Phänomenen wie Mobbing und Ausgrenzung wegen Äußerlichkeiten, Behinderung, Gesellschaftsstand oder Kleidung sagten die Schüler den Kampf an. Lehrer- und Elternschaft schlossen sich dem an.

94 Prozent der 84 Mittelschüler haben sich per Unterschrift zum Projekt bekannt. "Das sind fast alle - echt klasse. Ich bewundere, mit welcher Geschlossenheit die Jungs und Mädels dahinter stehen. Es ist wichtig, dass schon junge Leute solche Initiativen mitmachen. So kann das Übel bei der Wurzel gepackt werden", sagte FCE-Spieler Sven Schaffrath. Der 25-Jährige war mit Teamkollege Bashiru Gambo, der aus Ghana stammt, zur Titelverleihung gekommen. Als sie ihre Autogrammkarten zückten, wurden sie fast umgerannt. "Diese Begeisterung ist toll. Deshalb sind wir auch gern bei dem Projekt dabei", so Schaffrath. Schülersprecherin Bianca Reim hat zwar selbst noch keine brenzlige Situation mit Gewalt oder Rassismus erlebt. "Aber das sind durchaus Themen auf Schulhöfen. Daher halte ich das Projekt für sinnvoll und wichtig", sagte die 13-Jährige. Der FCE passe als Pate prima. "Immerhin sind in der Mannschaft mehrere Nationen vertreten. Gewissermaßen gehen sie mit gutem Beispiel voran." In Sachsen beteiligen sich laut Landeskoordinatorin Juliane Seifert mittlerweile 39 Schulen am Projekt "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage". Bundesweit sind es mehr als 680 Bildungseinrichtungen mit 500.000 Kindern und Jugendlichen.

 
erschienen am 26.02.2010 ( Von Anna Neef )
 
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