Stahlträger Tonnenschwere Stahlträger ermöglichen, dass Bühnenelemente oder Lichttraversen über zwölf moderne Rohrwellenzüge bewegt werden können, wie Steffen Georgi demonstriert.

Foto: Nils Bergauer

Neue Bühnentechnik ersetzt Handkurbel

Landkreis investiert 450.000 Euro in Kulturzentrum

Aue-Schwarzenberg . Wenn sich jetzt der Vorhang im Kulturhaus Aue öffnet, dann können Kulturhausleiter Steffen Georgi und seine Mannschaft dem Geschehen auf der Bühne wesentlich entspannter folgen als das bislang der Fall war. Denn nun entspricht die Bühne im großen Saal modernen Ansprüchen an die Technik und den geforderten Brandschutzmaßnahmen. Das war bislang nicht ganz so.

Bisher war Bühnentechnik reine Handarbeit. Denn die alten Seilzüge mussten per Hand gekurbelt werden. "Die Technik stammte aus dem Jahr 1958", betont Steffen Georgi.

Nachdem am 4. Juli 2011 die Absolventen des Beruflichen Schulzentrums Aue ihre Zeugnisse in den Händen hielten, begann für das siebenköpfige Kulturhausteam zwar nach außen hin die Sommer-Spielpause, im Inneren aber der große Umbau. Zunächst musste alles ausgeräumt werden. Relikte der Vergangenheit wurden gefunden und entsorgt - alte Bühnenbilder, längst verstaubte Losungen und anderes mehr. Auch das alte Inspizientenpult musste weichen.

Nun trennt eine riesige Falttür die eigentliche Bühne von der Seitenbühne. "Sie ist de facto der Ersatz für einen eisernen Vorhang", erläutert der Kulturhauschef. Zudem ergebe sich daraus der Nebeneffekt, dass die Bühne mit nun 160 Quadratmetern als mittlere Bühne eingestuft werde und dadurch andere Sicherheitsparameter gelten als bei ganz großen Bühnen. Zudem erhöhe die massive Abtrennung durch die Falttür, die aus Brandschutzgründen gesetzt werden musste, die Klangqualität der Musik. "Der Klang geht sozusagen nicht mehr zur Seite weg, er ergießt sich jetzt voll nach vorn in den Saal. Die Veränderungen sind also hörbar", so Georgi.

 Umbau der großen Bühne im Kulturhaus Reingerissen, rausgerissen - alles neu und alles anders. Der Umbau der großen Bühne im Kulturhaus lief in Rekordzeit von nur elf Wochen.

Foto: Privat

Der enorme Umbau stand unter hohem Termindruck. Festgezurrt war der Endpunkt, der 17. September, an dem sich der Vorhang zum Auftakt der Konzertsaison der Philharmonie wieder öffnen sollte. "Es war eine Punktlandung, und alle waren sich dieses engen Zeitplans bewusst", heißt es. Wenngleich noch immer hinter den Kulissen kleine Restarbeiten im Gange sind.

Jetzt läuft die Bühnentechnik über zwölf elektrische Rollenzüge. Zudem wurde eine Entrauchungsanlage für rund 60.000 Euro eingebaut, die im Brandfall für Frischluft im Saal sorgt. "Das ist eine Sache, die wir jetzt haben, in der Hoffnung, sie nie gebrauchen zu müssen", sagt Georgi. Unzählige Kabel und Rohre von Heizung und Elektroanlage wurden neu verlegt, all das wird nun elektronisch gesteuert. Alles in allem wurden 450.000 Euro investiert. Geld aus Rücklagen des Kulturbetriebs. Teilweise waren fünf Gewerke zugleich im Einsatz. Doch die Hauptlast schulterte - wie bei allen großen Veranstaltungen - das siebenköpfige Kulturhaus-Team.

 
erschienen am 26.09.2011 ( Von Beate Kindt-Matuschek )
 
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