Radler brauchen noch Geduld
Weiterführung des Radwegs durch Aue ruht zurzeit
Aue. Als alle anderen noch planten, hat Aue schon gebaut. Ende 2009 wurde im Stadtgebiet das erste Stück des Radwegs von Wolfsgrün bis Hartenstein für den Verkehr frei gegeben. Für mehr als ein Jahr blieben diese 1,35 asphaltierten Kilometer zwischen Brücken- und Rudolf-Breitscheid-Straße allein auf weiter Flur. Erst nach und nach wurden weitere Teile fertig gestellt.
Vorreiter wird Nachzügler
Doch mittlerweile ist aus dem Vorreiter ein Nachzügler geworden. Während in BadSchlema sowie zwischen Aue und Wolfsgrün fleißig gebaut wurde, ist der Weg auf Auer Flur seit zwei Jahren um keinen Meter länger geworden. Hauptprobleme sind der geplante Umbau des Auer Bahnhofs sowie die mögliche Verlegung der Schienen für die Verbindung nach Chemnitz. Da die Trasse genau über dieses Gelände führen soll, will man die Planungen aller Projekte aufeinander abstimmen. Wann rund um den Bahnhof Nägel mit Köpfen gemacht werden, kann aber niemand vorhersagen.
Bis zum Bahnhof steht die Route dagegen fest. Unklar ist nur, ob ein separater Radweg ausgewiesen werden kann oder die Radler im Verkehr mitschwimmen müssen. Ein Teil der Rudolf-Breitscheid-Straße könnte nur dann mit einer weißen Linie abgetrennt werden, wenn sie zur Einbahnstraße wird. Die Bahnhofsstraße ist breiter. Dort klappt das in jedem Fall.
Danach wird es knifflig. Der angedachte Weg führt nun durch den Zeller Fußgängertunnel zur Ecke Am Bahnhof/Pfarrstraße. "Dort gibt es Treppen, um den Höhenunterschied von sechs Metern zu überwinden", führt Baubürgermeister Jörg Hilbig aus. "Die Räder müssten also getragen werden. Bei modernen Elektrobikes mit 25 Kilo Gewicht wird dies zum Problem."
Bahn muss mit ins Boot
Auf der Straße Am Bahnhof führt die Trasse dann zu den Bahngleisen. Dieses Areal wäre durch den Bahnhofsumbau sowie die Verlegung der Gleise nach Chemnitz betroffen. Parallel zu den Schienen soll ein separater Radweg Richtung Norden entstehen. Technisch wäre das keine große Herausforderung. Allerdings ist die Bahn nach wie vor Eigentümer dieser Fläche. Verhandlungen mit dem Verkehrskonzern ziehen sich aber erfahrungsgemäß sehr lange hin.
Der neu zu bauende Abschnitt reicht bis in den Bereich der Erdmann-Kircheis-Brücke. Im Ortsteil Alberoda führt der Radweg dann teilweise über Anliegerstraßen wie An der Mulde und mündet auf einen Wanderweg, der sich entlang einer Böschung bis zu einer Eisenbrücke hinzieht, die die Mulde überspannt. Auf der anderen Seite beginnt das Gemeindegebiet von BadSchlema.
Doch der Wanderweg hat es in sich. Er beinhaltet Steigungen von bis zu 15Prozent. Für Familien, die - von keinem sportlichen Ehrgeiz getrieben - einfach nur einen netten Ausflug machen wollen, ist das kaum zumutbar. "Deshalb gibt es noch eine Alternativroute", berichtet Aues Bauamtsleiter Immo Rother. "Man könnte in der Nähe der Erdmann-Kircheis-Brücke eine Radbrücke über die Mulde bauen. Der Weg würde dann am anderen Ufer bis zur Eisenbrücke führen.
Übergangslösung angepeilt
Von dort verläuft der Radweg einige Kilometer durch BadSchlema, bis er nördlich des Kurorts erneut die Mulde quert und für knapp zwei Kilometer wieder über Auer Flur führt. Dort befindet sich das Gelände der Nothnagel Wertstoffverarbeitung GmbH. "Der Betrieb ist zu einem Flächentausch bereit", erläutert Rother. Somit gibt es an dieser Stelle keine unüberwindlichen Hürden. Hinter Nothnagel geht es für die Radler auf einer wenig befahrenen Straße weiter, die an der Wasseraufbereitungsanlage der Wismut GmbH vorbeiführt. Dann beginnt das Gebiet der Stadt Hartenstein
Bis die Radfahrer auf dieser Route tatsächlich durch Aue fahren können, vergehen sicherlich noch einige Jahre. Doch die Strecke zwischen Aue und Wolfsgrün soll bis Ende 2012 fix und fertig sein. Da wäre es natürlich peinlich, wenn der Weg in der Großen Kreisstadt zur Sackgasse wird. Doch Baubürgermeister Hilbig hat schon einen Plan B in der Tasche. "Wir stellen in diesem Fall einfach Schilder auf und leiten die Radfahrer über die Erdmann-Kircheis-Straße bis Alberoda." Die Idee eines separaten Radwegs sei damit aber noch nicht beerdigt, verspricht er. "Das lässt sich später nachholen."


