Bunt durcheinander saßen Kinder und Erwachsene im Saal. Christine Wünsche und ihre Enkeltochter Luise fanden es amüsant.
Foto: Marcel Weidlich
Sandmann-Stück mit Traumsand im Getriebe
Musical um die beliebte Fernsehfigur im Kulturhaus Aue aufgeführt - Saal war gut gefüllt, doch der Funke mochte nicht so recht überspringen
Aue. Aue. Die Darsteller von Sandmännchen und Co. sind Ensemblemitglieder der "Cocomico Theaterprojekte Köln". Seit 2009 touren sie durch die Städte, denn es gilt, "50 Jahre Sandmännchen" zu feiern. Ost-Sandmännchen, könnte man vielleicht ergänzen, denn bis 1990 gab es auch ein West-Sandmännchen, das sich allerdings gegen seinen Ost-Kollegen nicht behaupten konnte.
Die Geschichte des Sandmännchen-Familienmusicals ist schnell erzählt: Bruder und Schwester träumen in der Nacht vor ihrem Geburtstag, dass sie als Schnatterinchen und Pittiplatsch ein Abenteuer im Traumland erleben. Dem Sandmännchen wird der Traumsand gestohlen, somit sind die Träume aller Kinder in Gefahr. Bei der Suche nach dem Übeltäter haben Moppi, Herr Fuchs und Frau Elster sowie die Hexe und die Mondfrau ihren Auftritt. Schließlich findet das Sandmännchen den Beutel, und alle sind glücklich. Als die Geschwister am Geburtstagsmorgen aufwachen, entdecken sie ihr Geschenk: einen Hund, der aussieht wie Moppi ...
Die Kostüme der Darsteller sind gut getroffen und nicht übertrieben, aber ein vertrautes Gefühl will sich während der Aufführung nicht so recht einstellen, was auch an den Stimmen liegen mag. Wären da nicht altbekannte Sprüche wie "Kreuzspinne und Kreuzschnabel", "Ach du meine Nase" und "Platschquatsch", könnte man öfters vergessen, dass man gerade ein Sandmännchen-Abenteuer sieht. Der Sandmann ist die einzige Traumlandfigur, bei der man das Gesicht des menschlichen Darstellers nicht sieht: Es ist von einer Maske verdeckt.
Für einen Raum voller Kinder geht es im Saal relativ ruhig zu, obwohl einige Lieder durchaus mitreißen und die Zuschauer manchmal - vielleicht zu selten - ins Spiel einbezogen werden: "Die Kinder helfen doch bestimmt bei der Traumsandsuche?" - "Jaaaa!" Die Geschichte plätschert vor sich hin, es gibt keinen wirklichen Höhepunkt. Manche Szenen scheinen überflüssig, wie der Ausflug des Sandmännchens zum Mond. Und welches Kind kann heute etwas mit einem "Sputnik" anfangen?
Nach zwei Stunden fällt der Vorhang. Der Beifall ist eher kurz, schnell streben die Familien hinaus in Richtung Garderobe. "Mir hat's gut gefallen, es war auf jeden Fall kindgerecht", sagt Kerstin Fabritzek aus Schneeberg. Ihrem Sohn, dem dreijährigen Finley, kann sie ein "Schön" entlocken.
Michaela Ledinko aus Bad Schlema fand das Stück etwas langatmig und die viertelstündige Pause zu kurz: "Es gab zwar diesen Sandmännchen-Verkaufsstand, und man konnte auch Kuchen und so weiter kaufen, aber eigentlich reichte die Zeit nur für eine Sache." Ihrem Sohn Tobias hat das Stück gefallen, aber er fragte sich, "wann denn mal die anderen kommen".
Mit zehn Figuren war das Ensemble tatsächlich sehr übersichtlich, so mancher wird vergeblich auf weitere Freunde des Sandmanns gewartet haben.


