Peter Günther vor der Ruine der historischen Silberschmelzhütte "St. Georgen". Das denkmalgeschützte Gebäude am Siebenschlehener Pochwerk wird durch einen Förderverein schrittweise saniert. Peter Günthers Bilder sollen zur Finanzierung beitragen. Das Dach ist inzwischen gesichert, sodass es nicht mehr hineinregnet.
Foto: Nils Bergauer
Schneeberg: Bergmanns-Kunst soll alter Silberschmelze helfen
Bilder des Künstlers Peter Günther sollen zu Gunsten der historischen Georgenhütte versteigert werden
Schneeberg. Peter Günther ist ein Mann, der gewohnt ist, zuzupacken. Der 65-Jährige hat als Hauer in der Steinkohle gearbeitet, war für die Wismut unter Tage und für die Bergsicherung Schneeberg auf zahlreichen Baustellen. Zuletzt war er Steiger im Siebenschlehener Pochwerk. Das ist ein technisches Museum, doch auch hier galt es, anzupacken. Man kann ihn sich problemlos mit Hammer und Schlägel in den Händen vorstellen. Aber Peter Günther weiß auch mit Bleistift und Pinsel umzugehen. Er hat etwa 350 Bilder geschaffen, teils so filigran, dass Außenstehende vielleicht nicht glauben mögen, dass sie von demselben Mann stammen, der einen halben Kilometer unter der Erde mit dem Presslufthammer hantierte.
"Malen war immer ein Ausgleich für mich, mein Ruhepol", sagt er. "Schon in der Schule ging das los. Im Zeichenunterricht hatte ich eine Eins. Das war einfach so." Jahrelang scheute er sich, mit seinen Bildern an die Öffentlichkeit zu treten. Er wollte sie später einmal vererben, erzählt Günther. "Bis mir vor einigen Jahren ein Experte erklärte, ich müsse sie zum Verkauf frei geben, sonst würde ich nie bekannt." Er nahm den Rat an, und es funktionierte. Mittlerweile bekommt der malende Bergmann sogar Aufträge von Menschen, die seine Kunst schätzen.
Nun möchte Peter Günther sein Talent in den Dienst einer guten Sache stellen. 20 seiner Werke hat er dem Verein Silberschmelzhütte St. Georgen zur Verfügung gestellt, der die Bilder am Bergstreittag versteigern will. Der Erlös kommt dem Wiederaufbau des historischen Gebäudes zugute. Die Georgenhütte ist weltweit die einzige Silberschmelze aus dem 17. Jahrhundert, die heute noch steht. In den nächsten Jahren soll das Gebäude gesichert und zu einem Museum ausgebaut werden. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
Rund 250.000 Euro werden einem Gutachten zufolge benötigt, um das Projekt zu verwirklichen. Ein Großteil des Geldes kann über Fördermittel des Denkmalschutzes aufgebracht werden. "Doch um Förderprogramme in Anspruch nehmen zu können, benötigen wir immer auch Eigenmittel", sagt Vereinsmitglied Regina Kaiser. Die Auktion soll helfen, die Kasse aufzufüllen.
Von seiner Wohnung am Siebenschlehener Pochwerk aus kann Peter Günther die Georgenhütte sehen. Er ist Mitglied im Verein und legt bei der Sanierung mit Hand an. "Wir brauchen wirklich einen Haufen Geld", konstatiert er. "Dafür gebe ich meine Bilder gerne her. Jeder Euro ist für einen guten Zweck."
Einige der zur Versteigerung vorgesehenen Werke können bereits jetzt im Bergbau-Souvenirshop von Matthias Och auf dem Schneeberger Markt begutachtet werden. Der Mindestpreis liegt bei je 100 Euro. "Wer möchte, kann im Laden schon ein Gebot abgeben", erläutert Regina Kaiser. "Das wird dann zum Mindestgebot bei der Auktion. Gibt es keine höheren, bekommt der Bieter automatisch den Zuschlag."
Service
Die Auktion findet während des Bergstreittages am 22. Juli ab 10 Uhr an der Georgenhütte statt. Eine Auswahl der Kunstwerke ist derzeit im Bergbau-Souvenirshop auf dem Schneeberger Markt zu sehen.

