Schneeberger Händler wollen Handelskonzept

Postbank-Passage soll zusätzliche Kunden anlocken - Von deren Kaufkraft will die ganze Innenstadt etwas abhaben

Schneeberg. Schneeberg. Die Schneeberger Innenstadthändler wünschen sich ein Einzelhandelskonzept. Das ist der Tenor einer Versammlung vom Montagabend, die der Mittelstands- und Marketingverein Schneeberg organisiert hatte. Etwa 35 Händler, Gewerbetreibende und Stadträte waren dazu ins Berghotel Steiger gekommen.

Matthias Preiß, Vorstandsvorsitzender des Mittelstandsvereins, erwartet, dass die geplante Postplatz-Passage zusätzliche Käufer in die Innenstadt zieht. "Wenn es soweit ist, müssen wir dafür sorgen, dass die Leute da nicht reinfahren, einkaufen und wieder wegfahren. Die ganze Innenstadt muss etwas davon haben. Deshalb dürfen wir den Startschuss nicht verpassen", sagte Preiß. Das alte Postgebäude soll in den nächsten Monaten für rund zehn Millionen Euro zu einen kleinen Einkaufszentrum mit 14 Einzelhandelsgeschäften, darunter einem Rewe-Markt ungebaut werden.

Die Passage ist nicht unumstritten. So fürchten einige Händler Umsatzeinbußen, wenn die neuen Geschäfte öffnen. Manfred Bauer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) bezeichnete die Passage jedoch als einen möglichen Kundenmagneten.

"Einen solchen konnte ich in Ihrer Innenstadt bislang nicht entdecken", sagte er. Die GMA ist eine der größten Wirtschafts- und Kommunalberatungsfirmen in Deutschland, und Bauer versuchte eine erste Einschätzung des Schneeberger Innenstadthandels abzugeben. Sein vorsichtiges Fazit: "Der Branchenmix scheint noch nicht zu stimmen."

Ein Einzelhandelskonzept könnte zum einen helfen, festzustellen, was der Schneeberger Innenstadt noch fehlt. Zum anderen wäre die Stadtverwaltung mit einem fundierten Konzept in der Lage, weitere Ansiedlungen auf der grünen Wiese und Wildwuchs rund um die Stadt zu unterbinden - neue Bau- und Planungsgesetze geben das her, so Bauer.

Bürgermeister Frieder Stimpel (CDU), der an der Versammlung teilnahm, erklärte, er sei offen für ein solches Konzept. "Doch muss jedem klar sein, dass wir uns dann festlegen", warnte er. Das Konzept würde unter anderem regeln, welche Art von Handel wo in Schneeberg angesiedelt werden darf.

GMA-Chef Bauer riet zu diesem Weg: "Es ist besser, eine kleine Einkaufslage zu haben und diese zur guten Stube der Stadt auszubauen, als den Handel zu zersplittern", erklärte er. Mit welchen Angeboten sich die Schneeberger profilieren können, vermochte er noch nicht zu sagen. "Ich denke, Ihr Pfund ist der Tourismus. Die Bergbauthematik allein wird aber nicht reichen."

Weitere Veranstaltungen sollen dazu dienen, Ideen zu finden. Dass die Schneeberger etwas tun müssen, um neue Kunden zu gewinnen, darüber waren sich alle einig. Bis 2020 werden sie sonst allein aufgrund des demografischen Wandels zirka ein Viertel ihrer Umsätze verlieren.

 
erschienen am 02.02.2010 ( Von Mario Ulbrich )
 
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