Stadt will eigene Energien freisetzen
Ende 2011 endet Konzessionsvertrag mit Envia - Lößnitz will die Energieversorgung ab dann möglicherweise in eigene Hände nehmen
Lößnitz. Lößnitz. Einen Eigenbetrieb Fernwärme hat Lößnitz schon. Drei Windräder will die Stadt bis 2012 ebenfalls bauen. Nun wird im Rathaus sogar darüber nachgedacht, die Energieversorgung für die Kommune komplett in eigene Hände zu nehmen - und bis 2012 ein eigenes Stadtwerk zu gründen.
"Ende 2011 läuft der Konzessionsvertrag mit der Envia Mitteldeutsche Energie AG (Envia) aus", sagt Bürgermeister Gotthard Troll (parteilos). Dieser Vertrag berechtigt das Chemnitzer Energieunternehmen, seine Leitungen auf dem Gebiet der Stadt zu verlegen. Ab 2012 kann Lößnitz dann ein völlig neues Kapitel beim Thema Stromversorgung aufschlagen. "Wir mussten das Auslaufen des Vertrags Ende des vergangenen Jahres im Bundesanzeiger ankündigen", so Troll. "Bei der Formulierung des Textes haben wir uns ganz bewusst alle Möglichkeiten offengehalten."
Möglichkeit Nummer 1: Der bestehende Konzessionsvertrag mit Envia wird einfach verlängert. Möglichkeit Nummer 2: Die Stadt schließt einen Vertrag mit einem anderen Energieunternehmen ab. Envia müsste seine Leitungen dann mit allem was dazu gehört an den neuen Konzessionsnehmer verkaufen. Bislang hat sich dafür die Stadtwerke Schneeberg GmbH beworben. Möglichkeit Nummer 3: Lößnitz gründet ein eigenes Stadtwerk. Für welche dieser Varianten sich Lößnitz letztendlich entscheiden wird, ist noch offen.
"Zu DDR-Zeiten gab es in Lößnitz kein Stadtwerk und direkt nach der Wende hatten wir einfach andere Probleme", sagt der Rathaus-Chef. "20 Jahre später können wir das ganze Thema besser beurteilen und haben die Möglichkeit, neue Wege bei der Energieversorgung für Lößnitz zu gehen."
Zurzeit lässt sich die Stadt von externen Experten beraten, um die richtige Entscheidung zu treffen. "Die Gründung eines eigenen Stadtwerks will sehr gründlich überlegt sein", betont Gotthard Troll. "Dies ist eine Entscheidung, die nicht nur unsere Kinder, sondern auch noch unsere Enkelkinder betrifft. Außerdem müssten wir Envia in diesem Fall das Leitungsnetz abkaufen." Dies wäre für die Stadt eine erhebliche finanzielle Belastung. Das letzte Wort hat ohnehin der Stadtrat. Die Bürgervertreter werden dieses Thema in diesem Jahr wohl des öfteren auf ihrer Tagesordnung finden.


