2007 wurde die Schwimmhalle der Kaserne für die Schneeberger Stadtmeisterschaft genutzt. Doch diese Zeiten sind lange vorbei.

Foto: Anna Neef (Archiv)

Weggetreten: Kaserne bleibt für Vereine zu

Sporteinrichtungen in ehemaliger militärischer Einrichtung heiß begehrt

Schneeberg. Der Verkauf der ehemaligen Schneeberger Jägerkaserne liegt mittlerweile fast zwei Jahre zurück. Doch Ulrich Richter ist immer noch sauer. "Die Politik hat damals komplett versagt", schimpft der Präsident des ESV Zschorlau. "Die Sportanlagen hätten unbedingt ausgegliedert werden müssen."

66,2 Millionen Euro investiert

Trainingsgelände, Kraftraum, Hallen, eine komplette Schwimmhalle - alles nur vom Feinsten. Immerhin hatte der Bund seit der Wende 66,2Millionen Euro in die Kaserne investiert. Doch seit die letzten Soldaten im März 2008 abgezogen waren, liegen die Sportanlagen brach. Die Schuld schieben sich die Vereine der Umgebung und Kaserneneigentümer Gustav Struck gegenseitig in die Schuhe. "Wir haben sogar das Konzept für eine zu gründende Betreibergesellschaft erstellt und es Gustav Struck zukommen lassen", erinnert sich Enrico Sachadä, Tennistrainer beim TC Lok Aue. "Wir haben aber nie eine Antwort bekommen." Struck weist diese Anschuldigung allerdings strikt zurück. "Das ist vollkommener Blödsinn", sagte er. "Ich würde doch sofort auf so etwas reagieren."

Reagieren vielleicht. Ob beide Seiten jedoch zu einer Einigung gelangen würden, steht auf einem ganz anderen Blatt. Denn irgendjemand müsste Betreibung und Unterhaltung der Sportanlagen bezahlen. Vor allem die Schwimmhalle verschlingt einen Batzen Geld. "Heizung und Filteranlage kosten schon einiges", so Struck. "Außerdem wäre vor Wiederinbetriebnahme eine Generalüberholung nötig." Struck ist Geschäftsmann und kein guter Onkel. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er für diese Kosten auf keinen Fall aufkommt.

Stadtwerke wollen mitmischen

Struck könnte zahlen, will aber nicht. Bei den Sportvereinen der Region ist es genau umgekehrt. Bleibt als letzte Möglichkeit nur ein Wohltäter aus der Region. Ein solcher steht möglicherweise bereit: Gunar Friedrich, Geschäftsführer der Stadtwerke Schneeberg GmbH, wäre sogar einverstanden, mit seinem Unternehmen als Eigentümer der Sportanlagen zu fungieren. "Wir können aber auf keinen Fall die Verluste allein übernehmen", schränkte Friedrich am Montag ein. "Das muss sich alles noch vernünftig darstellen lassen." Er hofft trotz der langen Verzögerung nach wie vor auf eine Lösung. "In unserem Konzept waren auch der FC Erzgebirge Aue und der Sportpark Rabenberg mit im Boot", so der Stadtwerke-Chef. "Es geht nur, wenn die Kosten auf viele Schultern verteilt werden."

Der Bedarf - gerade für die Schwimmhalle - sei in der Region allemal vorhanden. "Wir werden für das Geitner-Bad mit Anfragen überschüttet", so Friedrich. Die Einrichtung in der früheren Jägerkaserne könne eine wertvolle Entlastung bringen. Vor allem für Wettkämpfe. Denn das Becken im Geitner-Bad ist nur rund 18Meter lang - zu kurz für die meisten Wettbewerbe. Die Bahnen in der ehemaligen militärischen Einrichtung sind dagegen 25 Meter lang.

 
erschienen am 01.08.2011 ( Von Gunter Niehus )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
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  • 02.08.2011
    22:56 Uhr

    gelöschter Nutzer: Ihr sollt im Filzteich baden gehen. Es ist mitten im Sommer!

    0 1
     

 
 
 
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