Bürgermeister von Zschorlau - Wolfgang Leonhardt Bürgermeister von Zschorlau - Wolfgang Leonhardt.

Foto: Marcel Weidlich

Zschorlau baut Schulden ab

Bürgermeister legt einen ausgeglichenen Haushalt vor

Zschorlau. Am 6. Februar stimmt der Gemeinderat über den Haushaltsplan 2012 ab. Bürgermeister Wolfgang Leonhardt (CDU) - seit 22 Jahren im Amt - erklärte Erik Kiwitter, wo gespart werden kann und wo nicht.

"Freie Presse": Herr Bürgermeister, was hat Zschorlau im Moment auf der hohen Kante?

Wolfgang Leonhardt: 3,17 Millionen Euro. Wir nennen das Liquiditätsreserve.

Damit kann man auch Schulden abbauen.

Ja. Aber mit ihr wollen wir auf Unvorhergesehenes reagieren, etwa auf Gewerbesteuerrückzahlungen. Wir wollen es nicht einfach so ausgeben.

Wie hoch ist der Schuldenberg der Gemeinde Zschorlau?

Wir werden bis Ende des Jahres unsere Verbindlichkeiten auf 3,6 Millionen Euro abgebaut haben. Das sieht unser Haushalt 2012 vor.

Wie steht ein Ort wie Zschorlau da, der etwas über dreieinhalb Millionen Euro Schulden hat?

Unser Haushalt ist gesund. Dreieinhalb Millionen Euro Verbindlichkeiten bedeuten eine Pro-Kopf-Verschuldung von 660 Euro. Damit liegen wir unter dem Landesdurchschnitt. Mittelfristig wollen wir die Verschuldung auf 420 Euro je Einwohner reduzieren.

Wie funktioniert das?

Wir haben seit 1995 keinen Kredit mehr aufgenommen und haben das in Zukunft auch nicht vor. In den Haushalt für 2012 haben wir 330.000 Euro für die Tilgung von Krediten und 109.000 Euro für Zinsen eingestellt. Natürlich ist das in der Praxis nicht so einfach. Das Geld muss irgendwo herkommen.

Ja, das ist gut gesagt. Wo kommt es denn her, und wie viel ist es?

Unser Haushalt sieht für dieses Jahr 5,45 Millionen Euro an Einnahmen vor. Fast die Hälfte stammt aus Schlüsselzuweisungen des Freistaates. Für die andere Hälfte müssen wir selber sorgen. Die setzt sich weitestgehend aus Steuereinnahmen zusammen. Eine halbe Million bringen uns zum Beispiel unsere Gewerbetreibenden ein. Dieser Betrag war in den letzten Jahren trotz Krise zum Glück stabil. Aber in einem ausgeglichenen Haushalt stehen den Einnahmen natürlich auch Ausgaben gegenüber, die genau so hoch sind.

Ja, zum einen die Kredite, die Sie ansprachen. Aber auch die Kosten für Personal oder Energie. Wo kann gespart werden?

Am Personal auf keinen Fall mehr. Wir haben rein rechnerisch 1,5 Angestellte auf 1000 Einwohner. Da liegen wir weit unter dem sächsischen Durchschnitt. Fast eine Million Euro müssen wir in jedem Jahr als Kreisumlage an den Landkreis bezahlen. Da gibt es nicht viel Spielraum. Die Energiekosten in den öffentlichen Einrichtungen dagegen wollen wir weiter senken.

Für was werden die Einnahmen noch verbraucht?

Natürlich wollen wir 2012 wieder investieren, insgesamt 925.000 Euro. Das Geld geht in den zweiten Bauabschnitt der Rudolf-Breitscheid-Straße und in den Abriss zweier alter Kindergartengebäude. Dort sollen 42 neue Stellplätze hin. Bei uns im Ort gibt es ja oft Probleme mit den Parkplätzen. Die Bürger sollen auch spüren, dass sich etwas tut.

 
erschienen am 23.01.2012
 
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