AFH GmbH und Multishop teilen sich einen Briefkasten.
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Zwei dubiose Firmen aus dem Erzgebirge unter einer Decke?
Gegen den neuen Betreiber des Internethandels 1a-vogtland werden Vorwürfe laut
Schneeberg/Stollberg. Schneeberg/Stollberg. Der Versandhandel Multishop Stollberg genießt im Internet einen zweifelhaften Ruf. Auf "webutation.net" warnen Kunden davor, sich mit dem Internethandel einzulassen. Bezahlte Ware käme oft nicht an, Geld gäbe es dennoch selten zurück, der Firmeninhaber bleibe ein Phantom. Im Januar erhielt der Versand den Negativpreis "Schwarzes Schaf", dessen Verleiher gegen unseriöse Machenschaften im Internet kämpfen.
Der Multishop nutzt auch die Vermittlungsplattform von Amazon. Auf diesem Portal wird er überwiegend positiv beurteilt. Doch selbst dort häufen sich Warnungen. Zwei Kunden berichten, was ihnen als Grund für ausbleibende Lieferungen genannt worden sein soll: Ein ausgeraubter Pakettransporter.
Laut Impressum von www.multishop-stollberg.de betreibt ein Einzelunternehmer den Versand. Die angegebene Adresse führt in eine Plattenbausiedlung. Kein Schild, das auf eine florierende Zentrale hindeuten würde. Lediglich der Nachname des Unternehmers steht an der Klingel. Beim Versuch öffnet niemand. Auf eine Nachricht im Briefkasten folgt Stunden später der Rückruf. Der Anrufer - seine Nummer ist unterdrückt - gibt sich als der Multishop-Inhaber aus. Er bestreitet die Vorwürfe. Berichtet, dass seine Firma ein Opfer unzuverlässiger Kunden ist, die nicht zahlen wollen. Und dass er deshalb 350 Anzeigen bei der Polizei gestellt hat.
Neben multishop-stollberg.de betreibt der Multishop auch die Seite www.1a-vogtland.de. Diesen Internet-Handel hatte eigentlich die Schneeberger Firma AFH Distributions GmbH aufgezogen - und war bereits vor Jahren in die Kritik geraten. Die damaligen Vorwürfe gegen die AFH ähneln denen, die heute gegen die Stollberger erhoben werden: Gezahlte Ware wurde nicht geliefert, von der Firma war niemand erreichbar. Auch die AFH ist bereits mit dem "Schwarzen Schaf" geadelt.
Im Dezember 2010 landeten Fälle im Gesamtwert von 7600 Euro vorm Amtsgericht Chemnitz. Doch damit nicht genug. AFH-Geschäftsführer Max M. (Vor- und Zunahme geändert) hatte die Gewerbeuntersagung des Landratsamts Erzgebirge ignoriert und gestand Insolvenzverschleppung ein. Im Gegenzug ließ die Staatsanwaltschaft die Betrugsanklagen gegen M. fallen. Das Urteil lautete ein Jahr Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung.
M.'s. Gewerbeuntersagung gilt nach wie vor. Doch im Insolvenzregister ist die AFH nicht zu finden. Im Internet spekulieren Nutzer nun über eine persönliche Verflechtung zwischen der alten AFH und dem neuen Multishop. Das bestreitet der Anrufer, der sich als Multishop-Besitzer ausweist, vehement. Ein persönliches Treffen lehnt er ab.
Wer die Telefonnummer des Multishop Stollberg - mit Schneeberger Vorwahl übrigens - in die Rückwärtssuche der Telekom eingibt, landet jedoch bei der AFH Distributions GmbH. Am Briefkasten des AFH-Domizils Schneeberg kleben zwei Namensschilder: AFH und Multishop. Insider stellten "Freie Presse" Unterlagen zur Verfügung, die den Verdacht der Verflechtung erhärten. Sie belegen, dass AFH-Außenstände vom Konto des Multishop-Inhabers beglichen wurden.



10:32 Uhr
AndiS: Alexander Schmidt aus Stollberg macht derzeit unter angeldorf.de, korndorf.de und gamebrinus.de weiter. multishop-stollberg.de ist mittlerweile offline.
11:26 Uhr
Windhundarena: Auch ich bin von der Fa. Multishop-Stollberg über den Tisch gezogen worden. Habe Ware bestellt, ein Bestätigung der Bestellung bekommen und leider das Geld überwiesen. Auf Mails bekomme ich keine Antworten und wenn man dort anrufen will, kommt die Ansage, dass der Teilnehmer Momentan nicht zu erreichen ist.