Tiefbauer Torsten Neubert bereitete am Montag zwischen Oberseiffenbach und Oberlochmühle eine sogenannte Muffengrube für den Anschluss des neuen Erdkabels vor.
Foto: Kristian Hahn
Envia wechselt defektes Stromkabel aus
Das Unternehmen hat auf mehrtägige Störungen in Heidelberg, Oberseiffenbach und Seiffen reagiert
Oberlochmühle. In der Region um Seiffen hat es zwischen dem 13. und dem 16. August mehrere Störungen im Mittelspannungsnetz des Stromversorgers EnviaM gegeben. Etwa 300 Kunden in Heidelberg, Oberseiffen und Seiffen waren nach Angaben des Unternehmens davon betroffen. Aufgrund der Stromausfälle wurden erst in Heidersdorf neben der Olbernhauer Straße 150 Meter Mittelspannungskabel und bis Dienstag entlang der Straße zwischen Oberlochmühle und Oberseiffenbach weitere 230 Meter Kabel neu verlegt.
"Mögliche Ursache für die zahlreichen Stromausfälle sind frühere Beschädigungen an diesen Mittelspannungskabeln", erläutert Evelyn Zaruba, stellvertretende Pressesprecherin der Envia Verteilnetz GmbH. "Dadurch ist höchstwahrscheinlich Feuchtigkeit in die Erdkabel eingedrungen, was zu derartigen Störungen führen kann." Seit dem 17. August arbeiteten bis zu zehn Mitarbeiter des Netzdienstleisters Envia NSG und aus mehreren Vertragsfirmen daran, das beschädigte Kabel zu erneuern. Die Bauarbeiten wurden kurzfristig mit den betroffenen Kommunen sowie Grundstückseigentümern abgestimmt und eingeleitet. "Um weitere Stromausfälle zu vermeiden, mussten wir schnellstmöglich handeln, denn die Versorgungssicherheit hat für uns Priorität", betont Uwe Kramer, Leiter der Netzregion Südsachsen. "Die Zusammenarbeit mit den Vertragspartnern hat gut funktioniert. Deshalb konnten die Arbeiten so rasch erfolgen."
Ein Teil der Kunden, die keinen Strom mehr hatten, konnte in diesem Zeitraum nur mit einer mobilen Netzersatzanlage oder auch einem Notstromaggregat versorgt werden. Wo es möglich war, wurde auf andere Mittelspannungsleitungen umgeschaltet. "Die Ausfallzeiten in der Region um Seiffen bewegten sich in der Spanne von drei bis fünf Stunden", so Peter Prenzel vom Envia Service-Center in Freiberg. Am Dienstagnachmittag war der Strom für zwei Stunden in der Zeit von 14.30 bis 16.30 Uhr wiederum weg, um das neue Kabel in Betrieb zu nehmen und Schaltungen vornehmen zu können. "Die betroffenen Kunden wurden darüber rechtzeitig informiert", ergänzt Prenzel.
Das alte Erdkabel zwischen Oberlochmühle und Oberseiffenbach wurde 1984 verlegt. "Die Liegezeit eines solchen Kabels beträgt eigentlich 40 Jahre", sagt Uwe Bartzschke, Mitarbeiter von Envia NSG. "Zur Sicherheit wird das alte Kabel gleich in einem größeren Bereich ausgetauscht." Das neue Kabel aus drei Strängen mit jeweils 150 Quadratmillimeter Querschnitt wurde durch ein zuvor verlegtes Leerrohr gezogen. (mit faso)


