Hochwasserschutz: Dörfelbach in Olbernhau wird gezähmt
Das Sächsische Wirtschaftsministerium hat die Bauarbeiten für dieses Jahr angekündigt
Olbernhau. Die Angst vor einer Überschwemmung ist bei Katrin Enzmann und Dirk Meyer aus Olbernhau allgegenwärtig. Regnet es stark, und schwillt der Dörfelbach an, der am Grundstück vorbeifließt, haben die Betreiber einer Drechslerei die Bilder der Hochwasserkatastrophe vom August 2002 vor Augen. Damals vernichteten die Fluten von Flöha und Dörfelbach die Existenzgrundlage der Familie. Das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hat für dieses Jahr Baumaßnahmen angekündigt, die den Dörfelbach zähmen sollen.
Dirk Meyer hofft, dass die lange Warterei nun bald ein Ende hat: "Wir bemühen uns seit zehn Jahren und sind froh, dass nun etwas passiert." Für ihn wäre es schon ein Fortschritt, wenn die Baumaßnahmen dazu beitragen, dass das Hinterland der Drechslerwerkstatt künftig vom Hochwasser nicht mehr so betroffen wird. Er bezweifelt aber, dass damit das Problem Dörfelbach gelöst wird. Zudem stehen die eigentlichen Schutzmaßnahmen entlang der Flöha noch bevor. Fest steht jedenfalls, dass im Hause Enzmann/Meyer die Sandsäcke stets griffbereit liegen.
Einen Schwerpunkt bei diesem Vorhaben bildet ein Graben, der das Wasser aus einem Rückhaltebecken in den Dörfelbach leitet. In das Becken läuft das auf etwa einem Kilometer Umgehungsstraße gesammelte Regenwasser. Mehr Wasser im Dörfelbach verursacht aber das nächste Problem, weil ein Stück des Kanals unter der Grünthaler Straße in die Flöha dafür das Nadelöhr darstellt. Der Einlauf befindet sich neben dem Grundstück mit der Drechslerwerkstatt.
Olbernhaus Bauamtsleiter Stefan Procksch hält es für realistisch, dass dieses Jahr gebaut wird. "Es muss endlich mal werden", sagt er. An dem Projekt sind das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Zschopau, die Stadt Olbernhau und die Landestalsperrenverwaltung beteiligt. Die technische Lösung sieht wie folgt aus: Ausbau des Wiesengrabens, der das Regenwasser von der Umgehungsstraße aufnehmen muss, sowie Sanierung und Erweiterung von etwa 30Metern des unterirdischen Kanals in die Flöha. Das alles soll 2012 verwirklicht werden.
Übrig bleibt das Erhöhen der Uferböschung des Dörfelbaches auf etwa 200 Metern Länge. Das wird laut Landestalsperrenverwaltung mit den Hochwasserschutzmaßnahmen an der Flöha einhergehen, die bis 2015 vorgesehen sind. Die Stadt Olbernhau und das damalige Straßenbauamt Chemnitz waren 2008 per Vertrag übereingekommen, dass sich die Stadt an den Kosten für die Sanierung des Kanals unter der Grünthaler Straße beteiligt. Dabei geht es laut Bauamt um eine Summe von etwa 30.000 Euro.
Dass sich die Schutzmaßnahmen immer wieder verzögert haben, lag unter anderem im sogenannten Planfeststellungsverfahren begründet, für das die Landesdirektion zuständig ist. Stefan Procksch: "Dabei gab es Ergänzungen, die eingearbeitet werden mussten."


