Pierre Mattheß (links) und Uwe Müller verpacken in der Käserei Rohkäse zu jeweils 180 Kilogramm in Fässer.
Foto: Kristian Hahn
Molkerei in Olbernhau steht vor einem Investitions-Marathon
Stammbetrieb plant Sanierung und Einbau neuer Technik
Olbernhau. Die Molkerei Niesky will in den nächsten drei Jahren in ihrem Zweigbetrieb Olbernhau rund fünf Millionen Euro investieren. Nach Auskunft von Geschäftsführer Klaus-Peter Mayr soll der Betrieb in dieser Zeit stufenweise saniert werden. Dabei bleibt praktisch nur die Gebäudehülle bestehen, alles andere wird neu gebaut. Auch die verarbeitende Technik soll größtenteils erneuert werden.
Weitere Arbeiten betreffen unter anderem den Betriebsraum der Molkerei, die Rohstoffannahme und das Entwässerungssystem. "Die Schwierigkeit dabei ist, dass wir die Bauarbeiten bei laufender Produktion tätigen müssen. Das bedeutet einen großen logistischen Aufwand", sagte Geschäftsführer Klaus-Peter Mayr. Begonnen wird jedoch im Sozialtrakt mit den Umkleideräumen und Duschen. Das Dach sei schon provisorisch repariert worden, gehöre aber mit zu den Schwerpunkten der nächsten Monate.
In der Molkerei Olbernhau stellen zurzeit 26 Angestellte den Cheddar-Käse her. Dieser wird zum Beispiel für Käsescheiben bei Fastfood-Produkten verwendet. Milch, die zur Produktion gebraucht wird, bringen Tankwagen aus Landwirtschaftsbetrieben der Region zum Zweigbetrieb. Unter anderem beliefert die Großolbersdorfer Bauernland Agrar AG den Betrieb.
Mayer kann sich vorstellen, weitere Arbeitsplätze zu schaffen und wieder mit der Ausbildung von Lehrlingen zu Milchtechnologen zu beginnen. "Wir wollen die Käseproduktion in Olbernhau ausdehnen, den internationalen Lebensmittel-Qualitätsstandard erreichen und somit unseren Absatzmarkt erweitern", erklärt Mayr. Neben Abnehmern in Deutschland und anderen europäischen Ländern will der Geschäftsführer künftig weltweit Kunden erreichen.
Olbernhaus Bürgermeister Steffen Laub (CDU) hält die angekündigten Investitionen für die Stadt und die Region gleichermaßen wichtig: "Dass an dem Standort festgehalten wird, gibt den Arbeitskräften im Betrieb eine Zukunft." Die Landwirtschaft habe Vertrauen in die Molkerei. Jürgen Helbig, Vorstandsvorsitzender der Molkereigenossenschaft Olbernhau, sieht das ähnlich "Für die Landwirtschaft in der Region ist es wesentlich, dass wir den zentralen Standort haben. Er ist fester Bestandteil in unserer Milchproduktion", so der Landwirt.
Die Molkerei wurde 1993 von der Molkerei Niesky übernommen. Der Betrieb aus der Oberlausitz gilt als der zweitgrößte Milchverarbeiter in Sachsen. Der Jahresumsatz wird mit 90 Millionen Euro angegeben. Davon entfallen 40 Millionen Euro auf den Betrieb in Olbernhau. Anfang dieses Jahres hatte die Molkerei Niesky den Gesamtkomplex Olbernhau von der Genossenschaft gekauft.

