The Guardian aus Belgien, hier mit Sänger und Gitarrist Luke "Lu" Lambregts, hat sich dem Powermetal verschrieben. Der kam bei den Fans an.
Foto: Matthias Leipnitz
Rekord verpasst - Regen bleibt
1100 Besucher rocken auf dem Katzenstein in Pobershau - Aufbau des Zeltes lohnt sich für Organisatoren
Pobershau. Pobershau. 1100 Besucher haben am Freitag- und Samstagabend das Festival "Rock auf dem Berg" in Pobershau besucht. Der Besucherrekord von 2006, damals hatten 2300 Fans der harten Musik den Weg auf den Katzenstein gefunden, wurde verpasst. Gesamtleiter Tino Wohlgemuth vom Verein Rock auf dem Berg zog für die 13. Auflage dennoch eine rundum zufrieden stimmende Bilanz. Am Sonnabend hatte leichter Regen für mäßige Temperaturen gesorgt, der Aufbau eines Zeltes habe sich daher gelohnt, so Wohlgemuth.
Bereits am Freitagabend war die Gruppe Shatter aus Marienberg aufgetreten. Bandleiter Danny Schaarschmidt, im bürgerlichen Leben Fassadenreiniger, bescheinigte dem Erzgebirge eine richtig gute Rockszene. "Als wir angefangen haben, gab es die Kniebreche noch und vielleicht vier oder fünf Bands, mittlerweile sind es 15 bis 20." Es sei eine gute Entscheidung der Veranstalter gewesen, für das Festival hauptsächlich regionale Gruppen zu verpflichten. Ohnehin gebe es Vergleichbares in Ballungszentren wie Chemnitz oder Leipzig nicht. Die Band gehöre seit 2000 zu den Stammkunden des Festivals.
Schaarschmidt konnte da schon wieder über einen "Einsatz in Unterhosen" in den frühen Morgenstunden des Samstags lachen. Ein heftiges Gewitter hatte das Backstagezelt zum Einbruch gebracht, im dem Musikinstrumente gelagert waren. Außerdem wurden zwei Zelte mit schlafenden Festivalteilnehmern geflutet. Ein Graben musste schleunigst gebuddelt werden, um die schnell einen Teich bildenden Wassermassen ablaufen zu lassen. Alles sei aber ohne größere Schäden abgegangen.
Mit zwei 5,7 Liter großen Kleintransportern - Durchschnittsverbrauch auf der Autobahn 14 bis 16 Liter - einem Pkw und einem Lkw war die belgische Band The Guardian nach Pobershau gekommen. Nebst Familien machte das 14 Personen. Bandleiter Luke "Lu" Lambregts, mit 45 Jahren der Alterspräsident der vier Musiker, hatte am Montag geheiratet und die Flitterwochen in der Karibik zugunsten Pobershaus auf später verschoben. "Ich mache seit 30 Jahren Musik, meine Frau weiß das", schmunzelte er. Seine Band, in Belgien mehrfach preisgekrönt und Darsteller in einem in den USA und Kanada ausgezeichneten Film ("Mädels"), der sich in Belgien zu einem Kassenschlager gemausert habe, sei schon 2006 und 2008 in Pobershau gewesen. 2012 sei man wieder dabei, versprach er. "Gemütlich, freundlich, ein ganz großes Fest, das ist was für uns", lobte der hauptberufliche Busfahrer das Festival.
Nicht ganz so weit hatten es die drei Mitglieder der Band Lady Milfords Tea Parade aus Gornau. Erst im September 2009 ins Leben gerufen, kann die Band bereits auf elf Auftritte unter anderem in Chemnitz und Zschopau blicken, erläuterte Frontmann Hagen Fischer. Er und seine Bandkollegen zeigten sich vom Flair des Festivals angetan.


