Rettungswache in Pockau fortan rund um die Uhr besetzt

Der Landkreis verspricht sich davon, dass Menschen in Not schneller Hilfe erhalten

Pockau. Die Rettungswache in Pockau ist fortan ständig besetzt. Damit ist der Standort, an dem ein Rettungstransportwagen (RTW) steht, aufgewertet worden. Bisher waren die zwei Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz täglich von 6 bis 22 Uhr dort stationiert. Seit gut einem Monat nun können von der Pockauer Wache aus rund um die Uhr Einsätze gefahren werden.

Für die Menschen in der Region bedeutet das, dass sie gerade nachts auf schnellere Hilfe hoffen können. Gab es bisher in dieser Zeit Einsätze rund um Pockau, fuhren die RTW von Olbernhau oder Marienberg aus los. "Doch wenn das Auto in Marienberg startet und nach Forchheim muss, ist es fast programmiert, dass die Hilfsfrist nicht eingehalten wird", sagt Rainer Lippmann, der im Landratsamt das Referat Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz leitet. Laut sächsischer Landesrettungsdienstplanverordnung gilt die Frist als eingehalten, wenn in 95 Prozent aller Notfalleinsätze die Helfer innerhalb von zwölf Minuten vor Ort sind. Wie die Zahlen für den Landkreis genau aussehen, dazu äußerte sich Lippmann nicht.

Mit der neuen Regelung könne vor allem zur Nachtzeit die Hilfsfrist besser eingehalten werden, so Lippmann. Er geht davon aus, dass sich die Versorgung der Menschen in der ganzen Region verbessert. Ein Beispiel: "Wenn das Fahrzeug aus Olbernhau nach Pockau fahren muss, und in Olbernhau gibt es einen Notfall, dann muss das Auto aus Marienberg oder aus dem Nachbarlandkreis nach Olbernhau."

Armin Hinkel, beim DRK-Kreisverband Mittleres Erzgebirge für den Rettungsdienst zuständig, bestätigt das. "Vor allem nachts können die Einwohner noch besser und zeitnah betreut werden." Das DRK begrüßt daher die neue Regelung. "Warum sollen die Leute hier schlechter gestellt sein als in Chemnitz oder anderen Städten?" Hinkel betont aber, dass es auch weiterhin keine Garantie gebe, dass die Helfer innerhalb der Hilfsfrist vor Ort sind. "Angenommen, wir bringen einen Patienten nach Chemnitz ins Herzzentrum. Dann sind wir von dort aus nicht in zehn Minuten in Pockau."

Die Notwendigkeit, die Bereitschaftszeiten in Pockau auszuweiten, belegen die Einsatzzahlen. "Seit 2007 sind die Rettungseinsätze pro Jahr im Durchschnitt um 3,8 Prozent gestiegen", sagt Lippmann. Krankentransporte hätten jährlich um sieben Prozent zugenommen. Als der Pockauer Standort 2006 als Nebenstelle der Marienberger Rettungswache eingerichtet wurde, sei man von 260 bis 290 Rettungseinsätze im Jahr ausgegangen, so Lippmann. 2011 wurden 544 gezählt - 373 am Tag und 171 in der Nacht.

Die Pläne des Landkreises für die Pockauer Wache sind damit aber nicht abgeschlossen. Der Neubau der Wache an der B 101 in Görsdorf wird weiter geplant. Derzeit ist die in den Räumen des DRK-Ortsvereins eingerichtet. Von Anfang an sei aber klar gewesen, dass das eine Übergangslösung sei, so Lippmann. "Wir mussten erst abschätzen, wie oft der Wagen aus Pockau gerufen wird." Nun habe sich der Standort bestätigt. Zwar würden die Bedingungen den Vorgaben entsprechen. Doch die neue Wache werde "geräumiger", sagt Lippmann, der dieses Jahr nicht mehr mit Baubeginn rechnet.

 
erschienen am 10.07.2012 ( Von Kathrin Weigert )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
4
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  • 11.08.2012
    16:32 Uhr

    HHxSN3xi: Hilfe, was für Zustände...

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  • 11.07.2012
    20:47 Uhr

    quaestio: @Moderator & @geLaSpon112: Der Bau einer Wache zur Rettung von Menschen in Pockau und Umgebung ist sicherlich notwendig und wahrscheinlich sogar notwendiger als ein neues Landratsamt-Gebäude. Leider werden solche Bauwerke nicht als Aushängeschild betrachtet. Da offensichtlich äußerst schlimme Bedingungen für die Mitarbeiter in dem jetzigen Gebäude sind ist das oben genannte um so wichtiger. Wenn man der Darstellung glauben schenken darf, dass die jetzige Wache in Pockau nur für ein Provisorium genutzt wurde und wohl noch wird, stellt man sich doch umso mehr die Frage: Ist das Betreiben eines Provisorium ohne notwendige sanitäre und hygienische Voraussetzung überhaupt zulässig. In Deutschland gibt es für alles und jeden Fall eine Vorschrift, da sollte doch auch ein Landratsamt, ein Qulitätsmanager, ein Hygienebeauftragter etc. von den Misständen wissen, den Leuten in der Wache wird reichlich egal sein ob die Wache als Provisorium gedacht war oder nicht, die wollen sicherlich nach einem unangenehmen Einsatz sich gründlich waschen oder auch duschen und auch der Toiletten-gang sollte nicht mit Ekelblasen im Gesicht enden. Mir scheint das geLaSpon112 selbst die Räumlichkeiten kennt oder zumindest Berichte durch wen auch immer erhalten hat und über den Weg versucht die scheinbar katastrophalen Bedingungen der dortigen Leute zu ändern. Vielleicht braucht die Presse ja noch mehr "Anstoßer". Also ich denke man sollte doch rund um das Projekt Rettungswache Pockau einen Bericht schreiben und vielleicht auch mal eine genauere Darstellung der dortigen Dinge aufführen. Man kann ja auch mal einen Vergleich zu anderen Standorten wir Annaberg-Buchholz oder Marienberg (da ist man in der Gegend des ehem. mittleren Erzgeirgskreis). Vielleicht bringt so eine Berichterstattung auch mehr Interesse in der Bevölkerung. Also ich persönlich möchte nicht von einem Mitarbeiter aus der Rettungswache in Pockau behandelt werden, wenn dieser vorher einen hoch ansteckenden oder gar infektiösen Patienten in ein Krankenhaus schaffen musste und im Anschluss keine hygienischen Maßnahmen ergreifen konnte. Da ist mir als Patient völlig egal ob das ein Übergangsbau ist, hier müssen die Vorraussetzungen stimmen. Es ist ja schon schlimm das ein Provisorium 2006! begonnen wurden ist und im Jahr 2012! immer noch betrieben wird. Scheinbar geht man im Landkreis davon aus nichts hält länger als ein Provisorium (FALSCHE EINSTELLUNG).
    Man muß sich natürlich auch fragen, ob die Einsatzerhebung im Jahr 2006 auf fiktives Zahlenwerk beruht, es ist nur schwer vorstellbar das akut kranke Menschen sich im Pockauer Gebiet verdoppelt haben sollen. Ist die Luft etwa schlechter geworden. An geographische Gegebenheiten kann es ja nicht liegen, die B101 (die Bundesstraße die durch Pockau führt) ist seit Jahrzehnten nicht erweitert worden (etwa wie die B174 Chemnitz-Zschopau-Marienberg-Grenze). Einen immensen Bevölkerungsanstieg ist mir in Pockau auch nicht bekannt.
    Nun ja das ist nun mal der Istzustand. Es soll sich ja verbessern. Dabei fällt mir noch eine infrastrukturelle Besonderheit von Pockau und Görsdorf auf: Die neue Wache soll in Görsdorf stehen (wer weiß schon wann..) und ist für die enorm Gewachsenen Einsätze in Pockau bestimmt. Diese zwei Orte werden aber von einer recht viel befahrenen Bahn-schiene getrennt, das Gleis kreuzt die B101 vorm Abzweig in das eigentliche Pockau. Ja ich denke man sollte sich als Hilfe-benötigender eine Zeit vor oder nach Schrankenschließung aussuchen sonst wird das wohl nichts mit der Rettung. Es sei den der Standort in Görsdorf erhält eine besondere Technik die ein "überspringen" der Bahnanlagen ermöglichen. Ob da der Standort clever gewählt wurde?

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  • 11.07.2012
    12:13 Uhr

    Moderator: @geLaSpon112: Die Kollegen sind auf die angesprochenen Punkte wie fehlende Duschen und Ruheräume bereits in früheren Berichterstattungen Anfang Dezember eingegangen. Da wird bereits betont, dass die Wache zwar nicht den Standards entspricht, die gesetzlichen Mindestvorgaben sieht der Landkreis aber wie heute geschrieben nicht verletzt. Da Sie offenbar Insider sind, wäre es sicher hilfreich, wenn Sie sich direkt mit den Kollegen in Marienberg (red.marienberg@freiepresse.de) in Verbindung setzen.

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  • 11.07.2012
    11:24 Uhr

    geLaSpon112: Schade, dass Frau Weigert und Armin Hinkel wieder nur die halbe Wahrheit erzählen. Und dass Rainer Lippmann als Referatsleiter Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz im Erzgebirgskreis die Bedingungen im DRK-Ortsvereinshaus Pockau als "den gesetzlichen Vorgaben entsprechend für Rettungswachen" bezeichnet, ist ein Skandal! Was man in den Räumen vorfindet, sind ein ekeleregende Toilette ohne Wasserspülung, eine marode RTW-Garage in die es hineinregnet und ein großer Vereinsraum in dem sich das Personal in der einsatzfreien Zeit aufhalten kann. Getrennte Ruhe- oder Waschräume sucht man vergeblich. Auch zwei anständige, ausgewiesene Parkplätze für die Retter sucht man vergeblich - statt dessen stehen die PKWs insbesondere im Winter ständig dem Bauhofpersonal im Weg. Aber wen wundert's - bekannter Weise versteht es Frau Weigert in ihren Artikeln ja sehr gut, den DRK Kreisverband Mittleres Erzgebirge e.V. in ein gutes Licht zu rücken. Man erinnere sich nur an den 19.06.2012:

    http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/MARIENBERG/Erzgebirgskreis-will-Rettungsdienst-in-einem-Zweckverband-buendeln-artikel8019949.php

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