Schule: Bald kommt der Abrissbagger
Schicksal des Gebäudes in Niederneuschönberg besiegelt - Letzter Rettungsversuch gescheitert
Olbernhau. Olbernhau. Das Schicksal des Gebäudes der ehemaligen Mittelschule im Olbernhauer Ortsteil Niederneuschönberg ist nun doch besiegelt, die letzte Frist von sechs Wochen einer Verkaufsoption abgelaufen. Der Abriss der Immobilie steht unmittelbar bevor.
Im Juni bestand noch Hoffnung, dass die Schule - ein das Ortszentrum von Niederneuschönberg prägendes Gebäude - nicht abgerissen werden muss. Der Stadtrat vergab dafür zwar die Bauleistungen, setzte den Beschluss jedoch bis Mitte Juli aus, um den anstehenden Verkaufsverhandlungen Raum zu geben. Eine Veräußerung des Schulgebäudes, für das vom Drechselzentrum Olbernhau Interesse signalisiert worden war, kam jedoch nicht zu Stande. "Das Drechselzentrum hat sein Angebot zurückgezogen", bestätigt Olbernhaus Hauptamtsleiterin Gabriele Lorenz auf Anfrage. "In den Verhandlungen ging es unter anderem um Zusagen, die von der Stadt so nicht zugesichert werden können, weil sie erst vom Landratsamt geprüft werden müssten." Sie rechnet damit, dass der Abrissbagger Anfang August anrücken wird. Für das Vorhaben wurden rund 100.000 Euro veranschlagt. Zu 90 Prozent wird es aus dem Landesprogramm zur Revitalisierung von Brachen bezuschusst. Eine Nutzung als Schule kam nicht mehr infrage. Das hatte Bürgermeister Steffen Laub (CDU) zur Stadtratssitzung im März nochmals begründet - mit "fehlenden Kindern".
Rolf Steinert vom Drechselzentrum hatte bei den Überlegungen zur Rettung der ehemaligen Schule unter anderem auf diese Zusagen gehofft, doch das war letztlich nicht ausschlaggebend für den Rückzug: "Nach einigen schlaflosen Nächten und dem vielen Rechnen wurde im Familienverbund entschieden: Wir lassen die Finger davon." In diesen Überlegungen spielten wegen der künftigen Nutzung der Schule durch das Familienunternehmen zwei Varianten eine Rolle. Die eine Variante, mit dem Versandhandel wegen seiner Beengtheit umzuziehen, wurde verworfen. "Das Gebäude eignet sich nicht dafür", so Rolf Steinert. Die zweite Variante, ein Kurszentrum einzurichten, scheiterte an den zu erwartenden Kosten für Sicherheitsauflagen, die eine öffentliche Nutzung mit sich bringt: "Das hätte sich nicht gerechnet." Enttäuscht ist Rolf Steinert darüber, dass eine Petition zur Rettung der ehemaligen Schule offenbar verpufft ist: "Das Land hat nicht reagiert, obwohl ich nochmals nachgehakt habe."
Jutta Endtmann vom Ortsverein Niederneuschönberg sieht dem Abriss des Schulgebäudes gefasst entgegen. "Das mit dem Drechselzentrum war noch ein Versuch, der ebenso keinen Erfolg hatte wie der Vorschlag mit der Außenstelle für die Landesfeuerwehrschule", sagt sie. "Jetzt wollen wir wenigstens beim Gestalten der frei werdenden Fläche mitreden." Demnach sollen Bauteile der Schule bei den Abrissarbeiten aussortiert und für die Gestaltung mit verwendet werden.


