Auf der zeitweise wegen Schneeverwehungen gesperrten Strecke zwischen Warmbad in Großolbersdorf hat der Winter ganze Arbeit geleistet. Ein Schmuckstück war die Straße schon vorher nicht, jetzt zerbröselt die Asphaltdecke in ihre Bestandteile.
Foto: Torsten Schilling
Trübe Aussichten: Kaum Geld für Schäden
Straßen haben unter Dauerfrost des Winters so wie noch nie gelitten
Marienberg. Marienberg. Kraftfahrer dürften sich in diesen Tagen nach verschneiten Straßen zurücksehnen. Auf den glatten Pisten ließ es sich immerhin ruhiger fahren als auf den Schlagloch durchsetzten Asphaltstrecken, die jetzt zum Vorschein kommen und Autofahrer auf Schlängelkurs zwingen. Besonders Kreis- und Staatsstraßen, die schon vor dem Winter in einem schlechten Zustand waren, weisen starke Frostschäden auf.
"Gefahr in Verzug"
Beispiel: die Kreisstraße durch Krumhermersdorf. "Man kann darauf eigentlich nicht mehr fahren", schimpft Stephan Stiegler, der die Strecke aus dienstlichen Gründen mehrfach am Tag nutzt. In den zurückliegenden drei Jahren habe er dreimal die Achse am Fahrzeug wechseln müssen, berichtet der Krumhermersdorfer. Den zuständigen Behörden wirft er grobe Fahrlässigkeit vor, indem nichts unternommen werde. Zschopaus Oberbürgermeister Klaus Baumann (CDU), der solche und ähnliche Klagen in diesen Tagen oft zu hören bekommt, hat schon im Amtsblatt veröffentlichen lassen, für welche Straßen die Stadt zuständig ist und für welche nicht. Einwohner, die sich etwa über den Zustand von Staats- und Kreisstraßen beschweren möchten, sollten sich doch bitte an die Eigentümer wenden, steht dort geschrieben.
Zugleich hat Baumann das etwa für die S 228 (Waldkirchener und Scharfensteiner Straße) zuständige Straßenbauamt Plauen angeschrieben und auf die Beschwerden von Fußgängern und Kraftfahrern hingewiesen. "Wir sehen Gefahr in Verzug", so Baumann. Der Leiter der Zweigstelle Plauen in Schlema, Frank Weigel, möchte das nicht in Abrede stellen, weist aber darauf hin, dass nach der Kommunalreform für diese dringenden Fälle der Verkehrssicherungspflichtige, also der Landkreis, zuständig ist. Das für Ausbesserungsarbeiten bei Minus-Temperaturen infrage kommende Kaltmischgut der Straßenmeistereien hat indes nur für einen Bruchteil der Löcher gelangt. Stattdessen wurden in den zurückliegenden Wochen an Straßenrändern Hunderte Gefahrzeichen aufgestellt.
Schon heute zeichnet sich ab, dass die Straßenschäden deutlich das Maß vorhergehender Jahre überschreiten, sagt Weigel, der am Dienstag selbst entlang der S 228 durch Zschopau gefahren ist. Wegen des langanhaltenden, strengen Winters sitze der Frost tief im Erdreich, was zu starken Hebungen und Senkungen des Bodens geführt habe. Ein Budget für Reparaturen der Bundes- und Staatsstraßen gebe es im Straßenbauamt für dieses Jahr noch nicht. "Fest steht aber, dass wir nicht schlagartig mehr Geld dafür in die Hand bekommen werden", macht Weigel deutlich. In den nächsten Wochen will seine Behörde die Strecken zusammen mit Vertretern des Landratsamtes abfahren und hochrechnen, was an Kosten auf den Freistaat zukommt.


