Die Wohnsiedlung "Am Pulverturm" in Johanngeorgenstadt. Wie die künftige Stadt heißen wird, zu der sie dann gehört, ist noch offen. Vollzogen werden soll die Kommunal-Ehe zum 1. Januar 2012.
Foto: Lars Rosenkranz
Bürger sollen bei Partnerwahl mitreden
Bürger entscheiden: Breitenbrunn oder Eibenstock
Johanngeorgenstadt. Die Überraschung ist am Ende doch keine Überraschung: In der Frage, mit wem Johanngeorgenstadt zusammengehen soll, tendieren die Stadtväter laut Bürgermeister Holger Hascheck (SPD) nach wochenlangen Beratungen zu Breitenbrunn. Eine Partnerwahl, die von vielen als naheliegend empfunden wird, da die Bergstadt bereits heute mit Breitenbrunn zusammenarbeitet
Zwischenzeitlich hatte es zwar so ausgesehen, als würde sich im Stadtrat eher eine Mehrheit für Eibenstock finden, doch das scheint vorbei zu sein. Allerdings betont Hascheck, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. Mit welchem der zwei infrage kommenden Partner eine Fusionsvereinbarung ausgehandelt wird, entscheide der Stadtrat erst Mitte August.
"Zuvor wollen wir die Einwohner von Johann'stadt über die bisherigen Verhandlungen informieren, ihnen die beiden Varianten vorstellen und ihre Meinung dazu hören", so der Bürgermeister. Das soll auf einer Versammlung am kommenden Montagabend geschehen.
Klar ist, dass es nur eine Entscheidung zwischen der Gemeinde Breitenbrunn und der Stadt Eibenstock geben kann. Die vorübergehend ins Spiel gebrachte "große Lösung" einer Stadt aus allen rund um den Auersberg gelegenen Orten, ist definitiv vom Tisch. Eine Groß-Kommune von Wilzschhaus bis Tellerhäuser wird von allen Beteiligten als nicht mehr beherrschbar empfunden. "Dieses Gebiet wäre früher ein eigener Landkreis gewesen", sagte unlängst der Breitenbrunner Bürgermeister Ralf Fischer (CDU).
Dass überhaupt in diese Richtung gedacht wurde, liegt an den großen Finanzproblemen, die Johanngeorgenstadt in die Kommunal-Ehe einbringen wird. Egal ob mit Breitenbrunn oder mit Eibenstock - trotz höherer Schlüsselzuweisungen und einer Hochzeitsprämie vom Freistaat wird die neue Einheitskommune nicht leistungsfähig genug sein. Da der große Verbund kein Thema mehr ist, läuft nunmehr alles auf weitere Finanzhilfen aus dem Landeshaushalt hinaus.
Ob tatsächlich zusätzliches Geld aus Dresden fließt, ist derzeit ungewiss. "Die Ministerien erwarten ein Signal zur Fusion von uns", sagt Bürgermeister Hascheck. "Wir sollen einen Haushalt aufstellen, dann könne man sehen, wie tragfähig er ist."
Aus dem Finanzministerium klingt es weniger hoffnungsvoll: Johanngeorgenstadt habe seit 2009 fünf Millionen Euro erhalten. Momentan seien keine weiteren Zuweisungen vorgesehen, heißt es.
Mit der Wahl Breitenbrunns als bevorzugten Partner würde Johanngeorgenstadt der Empfehlung des Innenministeriums nachkommen. Wie die Bürger darüber denken, wird sich am Montag zeigen.
Die Einwohnerversammlung beginnt am Montag, 18 Uhr in der Aula der früheren Pestalozzischule, Schwarzenberger Straße 2.


