Im Kindertreff Stadtmitte in Annaberg-Buchholz müsste dringend mal renoviert werden. Adelina, Florian und Kim (v.l.) zeigen die Putzpannen und die abgeplatzte Farbe an den Wänden.
Foto: Brigitte Streek
Hoffnung ruht auf Elternstreich
Bundesweite Aktion für Kindereinrichtung: Bewerbung ins Netz stellen und gewinnen
Schwarzenberg/Annaberg-Buchholz.
Schwarzenberg/Annaberg-Buchholz. Im Internet ist gestern eine bundesweite Aktion gestartet worden. Die trägt den witzigen Namen "Elternstreich". Doch die Sache ist alles andere als ein Witz.
Denn hinter diesem Begriff verbirgt sich kein Schabernack nach dem Vorbild der Max-und-Moritz-Streiche, sondern vielmehr das Streichen mit dem Pinsel. "In vielen Kindereinrichtungen müsste dringend mal frische Farbe an die Wand", sagen die Initiatoren der Aktion. Den Hut dafür haben sich ein Sprühgerätehersteller und ein Farbenproduzent aufgesetzt.
Bei "Elternstreich" können sich alle Kindereinrichtungen bewerben, deren Wände dringend neu getüncht werden müssten. Auch die Stadt Schwarzenberg wurde aufgefordert, ihre Einrichtungen zu informieren. "Doch in unseren Kindereinrichtungen besteht in dieser Hinsicht derzeit wirklich wenig Handlungsbedarf", sagt Hauptamtsleiterin Sylvia Hauber.
Die Einrichtungen im Gebiet der Stadt seien in einem soliden Zustand. Und wo kleine Ausbesserungen anstünden, habe man die Renovierungen bereits im Plan. "Zudem vergeben wir solche Aufträge möglichst an einheimische Handwerksfirmen", betont Hauber.
Anderorts lässt die Aktion aber tatsächlich Hoffnung aufkeimen. Hoffnung darauf, dass wirklich mal "ein Trupp" vorbeikommt und hilft. Zum Beispiel könnte der "Kindertreff Stadtmitte" in Annaberg-Buchholz dringend Helfer mit Pinsel und Farbe gebrauchen. "Die würden wir gern in unser Haus lassen", sagt Michaela Wiesenhütter, die den Freizeittreff für die kleinen Leute leitet.
Der Kindertreff läuft in Regie des Vereins zum Schutz des Lebens. Und ein Verein im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit hat wenig Geld für die Ausstattung. "Zumal jetzt noch die Kürzungen der Jugendpauschale im Freistaat Sachsen wahrgemacht werden", macht die Leiterin ihrer Existenzangst etwas Luft. "Alle hoffen, dass es irgendwie weiter geht." Aber weil keiner im Kindertreff vorschnell die Hoffnung aufgibt, wollen sie sich auch bei der Aktion bewerben.
Die Sache funktioniert kinderleicht. Es muss sich nur jemand finden - eine Mutti, ein Vati oder ein anderer Helfer -, der einen kleinen Videoclip in der Kindereinrichtung dreht. Auf dem sollten jene Stellen zu erkennen sein, die einen neuen Farbanstrich benötigen: Möbel, Spielzeug, Wände und Decken. Dieses Filmchen wird ins Internet auf die Seite www.elternstreich.de gestellt. Und dann heißt es warten, ob die Glücksfee ein gutes Händchen hat.
Bewerbungen für den Elternstreich-Renovierungstag sind seit gestern ausschließlich auf diesem Weg möglich. Bis zum 17. Mai können die Hobbyfilmer ihre Filme ins Netz stellen und zur Bewertung frei geben. Diese erfolgt etwa Mitte Juni. "Wir wollen helfen, Kindergärten zu verschönern und die Kommunen finanziell zu entlasten", sagt Tanja-Christina Musik, Vertreterin von "Elternstreich".


