Ein Säckchen voller Münzen und viele Briefe haben die Jungen und Mädchen der Klasse 8a der Stadtschule mit nach Kenia geschickt.
Foto: Lars Rosenkranz
Patenklasse aus Schwarzenberg sammelt Geld für Gleichaltrige in Kenia
Vier Euro Taschengeld der Schüler entsprechen einem Monatslohn der Einheimischen
Schwarzenberg. Heute hebt das Flugzeug ab, in dem Elke und Manfred Seifert sitzen. Und wieder einmal heißt ihr Reiseziel Kenia.
Seit acht Jahren fliegt das Ehepaar aus Schwarzenberg regelmäßig nach Afrika. Aus mehreren Gründen. Zum einen lebt und arbeitet ihre Tochter Manja mit ihrem Mann seit 2004 dort. Zum anderen haben die Seiferts ihr Herz an die Kinder auf dem Schwarzen Kontinent verloren. Sie sind Mitglieder der Keniahilfe und unterstützen das Schulprojekt von Bernd Avermann, einem Deutschen, der im Dorf Furaha eine Armenschule aufbaut.
Dieser Schule und ihren Kindern gehört die Aufmerksamkeit der Erzgebirger. Das geht soweit, dass sie eine Patenschaft zwischen der Klasse 8a der Stadtschule Schwarzenberg und den dortigen gleichaltrigen großen Schülern in Gang gebracht haben. Deshalb sind die beiden diesmal auch als Postboten im Einsatz. Denn die Jugendlichen aus dem Erzgebirge haben Seiferts einen Stapel Briefe und ein Säckchen voller Geld mit auf die Reise gegeben.
"Wir haben in der Weihnachtszeit einen Kuchenbasar veranstaltet. Der Erlös steckt in der Summe mit drin. Aufgerundet auf 100 Euro hat der Förderverein", berichteten die Schüler bei der Übergabe des Geldes vor wenigen Tagen. Und Briefe haben sie geschrieben an die gleichaltrigen Kenianer, die zwar weder einen Computer noch ein Handy ihr Eigen nennen, aber dennoch irgendwie genauso ticken wie die Jungs und Mädchen hierzulande.
"Von eurem Geld werden wir jedem aus eurer Patenklasse vier Euro Taschengeld in die Hand drücken", so Elke Seifert über den Auftrag, den sie im Namen der Stadtschüler erfüllen soll. "Vier Euro: Das sind umgerechnet etwa 400 Keniaschillinge." Der Monatslohn eines Einheimischen liegt etwa bei 400 bis 500 Keniaschillingen, weiß Elke Seifert.
Das wiederum verblüffte die Schwarzenberger Achtklässler sehr. Für einen kurzen Moment herrschte sogar betretenes Schweigen im Klassenraum. Danach wurde die Debatte wieder lebendig. Denn durch dieses Beispiel war ihnen plötzlich die Verhältnismäßigkeit ihrer Hilfe klar. Für die meisten von ihnen sind vier Euro das Taschengeld für eine Woche. Für ihre Freunde in Furaha hat dieser Betrag eine ganz andere Bedeutung.
"Eigentlich sollte auch noch ein großes Winterbild mit auf die Reise gehen", sagte Klassenlehrerin Ingrid Oelschlägel. Doch weil im Dezember kein Schnee lag, habe sich das Erstellen der geplanten Fotocollage zeitlich verzögert. Sie wird nachgereicht, versprachen die Jugendlichen, die schon gespannt sind, was Elke und Manfred Seifert nach ihrem Besuch samt der Mission für die Patenklasse erzählen.

