Projektarbeit baut Brücken
Zwölf Angebote locken Langzeitarbeitslose in Johanngeorgenstadt aus der Isolation
Johanngeorgenstadt. Johanngeorgenstadt. Zwölf Projekte werden derzeit in Johanngeorgenstadt aus dem Förderprogramm "Stärken vor Ort" finanziert. Träger dieser Angebote sind hauptsächlich Vereine. Zum Beispiel die Arbeiterwohlfahrt Erzgebirge und das Outdoorteam Westerzgebirge.
Auch der Verein für Aktivität und Prävention (VAP) aus Aue organisiert unter anderem 14-tägige Trainingseinheiten. "Sport ist dabei der Türöffner", erklärt Torsten Badstübner vom VAP. Das sport- und sozialpädagogische Übungsprogramm soll vor allem langzeitarbeitslose Frauen aus der sozialen Isolation holen, ihnen wieder mehr Selbstwertgefühl geben.
Die Träger aller Projekte wissen jedoch, dass es bei einigen Langzeitarbeitslosen und Suchtgefährdeten oft an den selbstverständlichsten Dingen mangelt. Dietmar Jähn von der Diakonie Aue-Schwarzenberg, die sich mit einem Mikroprojekt speziell an Suchtkranke wendet, betont, dass selbst eine Tagesfahrt nach Dresden für seine Schützlinge eine echte Herausforderung darstelle. Die Erfahrungen daraus brachten Jähn zu der Erkenntnis, dass er in seiner Arbeit ein weites Stück zurückgehen und bei ganz alltäglichen Aufgaben ansetzen muss.
Interessant ist auch das Projekt, das der Verein "Menschen mit Handicap" auf die Beine gestellt hat. Er fördert die Integration von Frauen und hält zu diesem Zweck diverse Weiterbildungskurse parat. Einer der Schwerpunkte hierbei sind die Pflege und der Umgang mit demenzkranken Menschen. Nicht zuletzt die Standortentwicklungsgesellschaft Johanngeorgenstadt mbH, die für die Koordination all dieser Förderprojekte zuständig ist, beteiligt sich mit zwei konkreten Vorhaben. "Lesen fördert" nennt sich eines der beiden Angebote, bei dem Frauen mit vorwiegend organisatorischen Aufgaben in der Bibliothek betraut werden. "Spielend lernen" hingegen lautet der Titel für die Vorbereitungen einer Ausstellung und einer Mitmach-Messe, die am 28. August in der ehemaligen Pestalozzi-Mittelschule in Johanngeorgenstadt geplant ist. Bei dieser sollen mit Unterstützung verschiedener Spielwarenhersteller zahlreiche Gesellschaftsspiele vorgestellt werden. Die Gäste haben die Gelegenheit, die Brettspiele selbst auszuprobieren, um ihren Favoriten ausfindig machen zu können. "Jeder kennt das. Man steht im Geschäft, hat zig Spiele in bunten Kartons zur Auswahl. Doch wie sie gespielt werden, nach welchen Regeln und für welchen Anlass sie geeignet sind, weiß man nicht", erklärt Projektleiterin Katja Ronge. Abhilfe schaffen soll die Spiel- und Mitmachmesse, auf der bis zum Jahresende gut 200 aktuelle Lernspiele vorgestellt werden sollen. Nachgehakt


