Im Zuge der Übernahme des Pöhlaer Stromnetzes durch die Stadtwerke Schwarzenberg waren auch Umschaltungen der 10-kV-Schaltanlage im Umspannwerk Erla notwendig. Hier Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Kühnscherf (r.) mit Lars Döhler (l.), Bereichsleiter Stromnetze, und Gerd Gehler, Netzmeister Stromversorgung.
Foto: Lars Rosenkranz
Schwarzenberger Stadtwerke übernehmen Stromnetz in Pöhla
Übernahme gilt als Meilenstein
Pöhla. Genau 7.52 Uhr war es am Montag soweit. Nach gründlicher Vorbereitung wurden die entscheidenden Knöpfe gedrückt und Hebel umgelegt: Ab sofort sind die Stadtwerke Schwarzenberg Eigentümer der Anlagen, die den Pöhlaern Elektroenergie ins Haus liefern. Das mehrheitlich der Kommune gehörende Unternehmen hat das Stromnetz von der Envia Mitteldeutsche Energie AG Chemnitz übernommen. Im Gegenzug erhöht sich die Beteiligung von Envia an den Stadtwerken von bisher 25,1 auf nun 27,5 Prozent.
Einheitliches Versorgungsgebiet
"Technisch hat alles reibungslos geklappt. Insofern haben die Pöhlaer diesen Wechsel der Zuständigkeit gar nicht bemerkt", freut sich Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Kühnscherf. Den Montag bezeichnet er als Meilenstein: Nach etlichen Jahren bilden Schwarzenberg und alle in die Große Kreisstadt eingemeindeten Orte wieder ein einheitliches Strom-Versorgungsgebiet. "Für unsere Kunden bedeutet das: Gleiche Leistungen, gleiche Preise in allen Ortsteilen." Pöhlas Ortsvorsteherin Annelore Liebchen kann das nur unterstreichen: "Dazu gab es seit der Eingemeindung Anfang 2008 immer wieder Anfragen von Bürgern."
Möglich wurde das einheitliche Versorgungsgebiet, weil die Stadt den neuen Konzessionsvertrag zum Liefern von Elektroenergie für ihr gesamtes Gebiet mit den Stadtwerken abgeschlossen hat. Gleiches gilt für den Bereich Gas, doch da dauert es noch etwas bis zum Einheitsgebiet. Kühnscherf: "Wir bereiten die Übernahme der Gasnetze in Erla-Crandorf, Grünstädtel und Pöhla von der Firma Eins Energie vor. Stichtag ist Anfang Januar 2013."
Schon im Jahr 2005 hatte Envia die Stromnetze von Bermsgrün, Erla-Crandorf und Grünstädtel in die Stadtwerke eingebracht. Dafür wurde der Energiekonzern mit 25,1 Prozent an den Stadtwerken beteiligt. Das entsprach dem Wert der Netze und einer Zahlung von 1,518 Millionen Euro an die Stadt, den bis dahin einzigen Gesellschafter der Stadtwerke. Jene Summe zahlte der neue Minderheitsgesellschafter, um die Sperrminorität - 25,1 Prozent der Gesamtanteile - und so ein gewisses Mitspracherecht zu erreichen.
Netzentflechtung gut vorbereitet
Nicht nur vertraglich, auch baulich war die Netzentflechtung vorzubereiten. So entstand an der Pöhlaer Straße in Grünstädtel der Ersatzneubau einer Trafostation, inklusive einer Anlage zum Messen und Verrechnen der Mittelspannung. Im Umspannwerk Rittersgrün hingegen wurde jene Anlage zurückgebaut. Die Verrechnungsmessung für Niederspannung ist von der Pöhlaer Straße zur Trafostation Talschänke umgesetzt worden. Rund 400 Meter Mittelspannungskabel haben die Stadtwerke verlegt, um neue Einspeisepunkte versorgen zu können.
Der Zuwachs aus Pöhla bedeutet für die Stadtwerke 2,7 Millionen Kilowattstunden Jahresarbeit mehr als bisher. Auf Mittelspannungsebene kamen drei Anschlusspunkte dazu, auf der Niederspannungsebene 348. Übernommen wurden sieben Trafostationen, fünf weitere in Pöhla befinden sich in Kundeneigentum. Die Stromkreislänge in Verantwortung der Stadtwerke nahm deutlich zu: Um 11,0 Kilometer Freileitung und um 8,7 Kilometer Kabel im Niederspannungsbereich, um 2,0 Kilometer Freileitung und 8,2 Kilometer Kabel im Mittelspannungsbereich.


