Besucherbergwerk Ulli Viertel vom Verein und Heiko Beuthner (v. l.) setzen die Bohrlöcher dicht an dicht. Vereinschef Frank Weißflog (hinten r.) erläutert indes dem Hauer Michael Boehme die weiterführenden Arbeiten.

Foto: Nils Bergauer

Schweres Bohrgerät kämpft gegen Beton an

Betreiberverein des Besucherbergwerks Pöhla darf Bergarbeiten ausführen - Bau des zweiten Fluchtwegs ermöglicht höhere Besucherzahl

Pöhla. Derzeit sind sie wieder ganz in ihrem Element, die ehemaligen Bergleute, die heute als Verein das Besucherbergwerk Pöhla als Erlebnismuseum und Veranstaltungsstätte betreiben. Denn momentan dürfen sie - mit amtlicher Genehmigung des Oberbergamts Freiberg - wieder Bergarbeiten in ihrer Grube ausführen.

"Wir bauen einen zweiten Fluchtweg für die Besucher", erläutert Vereinschef Frank Weißflog den Hintergrund der Arbeiten. Dieser zweite Notausgang wird vom Oberbergamt gefordert, um die Sicherheit der Gäste zu garantieren. Wie wichtig gerade solche Sicherheitsfragen sind, zeigt die aktuelle Katastrophe von Duisburg einmal mehr. Und Sicherheit ist für Bergleute schon immer oberstes Gebot.

Seit der Wiedereröffnung des Besucherbergwerks 2007 in alleiniger Regie des Vereins ist die Besucherzahl auf 100 Personen begrenzt. Jetzt wird ein alter, gut 90 Meter langer Steigort (Gang), der in alten Rissen verzeichnet war und hinter den großen Zinnkammern entlangführt, frei gelegt. Von der einen Seite aus hat eine Gruppe von Bergleuten mit Spitzhacke, Schaufel und Schubkarre die Strecke im Gang frei geräumt.

Doch von der anderen Seite verschließt derzeit noch eine gut fünf Meter starke Betonplombe den Gang, der in die kleinen Zinnkammern mündet. Um den Beton zu durchbrechen, musste das große Bohrgerät in Stellung gebracht werden. Der riesige Bohrer hat sich bereits an vielen Stellen durch die Wand gefressen. "Der Rest muss von Hand rausgepickert werden", erläutert Weißflog. Ist der Durchbruch erst einmal geschafft, stünde einer Erhöhung der Besucherzahlen auf gut 200 nichts mehr im Weg.

Von zwei Seiten haben sich die Bergleute beim Bau des Fluchtwegs aufeinander zu bewegt. Nun trennt sie nur noch diese massive Betonwand, die durch ein von oben verfülltes Versatzbohrloch entstanden sei. "Das gehörte damals zur Technologie des Bergwerks", erklären die Bergbauexperten.

"Solche immensen Arbeiten können wir als Verein allein nicht stemmen. Deshalb sind wir sehr froh, dass wir dafür Verstärkung über zwölf Maßnahmen der Arbeitsagentur erhalten haben. Und bei der Auswahl der Kräfte hat uns die Arge wirklich sehr geholfen und viele ehemalige Mitarbeiter wie Hauer, Grubenzimmerlinge oder Lokführer geschickt, die früher schon hier in der Grube gearbeitet haben", berichtet der Vereinschef.

Erich Burkert (55) und Peter Goldhahn (57) sind zwei dieser Helfer auf Zeit, und man sieht ihnen die Freude an, dass sie noch einmal im Berg zu Werke gehen können. In reiner Handarbeit haben sie den Gang frei gelegt. Dafür war reichlich Erfahrung nötig, da sie dabei zum Teil auf metertiefe Löcher stießen. "Allein mit den Leuten vom Verein hätten wir das nie gepackt", so Weißflog, der nun hofft, dass die neue Betriebserlaubnis ab Januar 2011 mehr Gäste zulässt. Denn Pläne, ihr Besucherbergwerk und die Zinnkammern in einzigartiges Licht zu rücken, haben die Bergleute noch ganz, ganz viele.

 
erschienen am 26.07.2010 ( Von Beate Kindt-Matuschek )
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Wetteraussichten für Schwarzenberg
Fr

-11 °C
Sa

-11 °C
So

-6 °C
Mo

-3 °C
Di

-1 °C
Ärztliche Notdienste

Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte von Annaberg bis Zwickau finden Sie hier.

weiter lesen
 
Hochzeit: Der schönste Tag im Leben

Es soll der schönste Tag im Leben werden: Ihre Hochzeit! Dabei muss jedoch so einiges beachtet werden. Deshalb finden Sie hier Tipps und Anregungen rund ums Thema - ob zu Brautkleid, Blumenschmuck, Honeymoon, Schwiegereltern oder Hochzeitsmessen in der Region. weiter lesen

Das Hochzeits-Magazin der Freien Presse

Wer heiraten möchte, hat viel zu tun.Das Hochzeits-Magazin der Freien Presse zeigt Ihnen auf 84 Seiten Anregungen für den schönsten Tag im Leben. Hier geht's zum Magazin

Gewinnspiel

 
 
Freie Presse vor Ort

08340 Schwarzenberg
Erlaer Straße 2
Telefon: 03774 1806-0


Öffnungszeiten:
Mo. bis Do. 9.00 - 17.30 Uhr, Fr. 9.00 - 13.00 Uhr

weiter lesen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Unsere Partner
vms
aok
chursächsische
Content Partner

OA ist ein Online-PR & Social Media News Portal für effiziente Öffentlichkeits- und Pressearbeit.

 

 


Der Partner für Ihren Kredit