Die Gebäudesubstanz des Bahnhofs in Schwarzenberg hat über die Jahre arg gelitten. Der Hausschwamm ist schon von außen sichtbar.
Foto: Felix Matuschek
Stadt Schwarzenberg übernimmt Sanierung des alten Bahnhofs
Privater Investor zieht Kaufantrag zurück
Schwarzenberg. Eine übergroße Mehrheit hat er nicht gefunden: der Beschluss des Stadtrats Schwarzenberg, das alte Bahnhofsgebäude nun doch nicht abzureißen, sondern in Eigenregie wieder aufzubauen. Drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen offenbarten einige Zweifel seitens der Bürgervertreter an den Plänen für den Bahnhof.
Lange wehrte zuvor der Kampf um den Erwerb der Immobilie, die nach der Wende - wie viele Bahnhofsgebäude deutschlandweit - in einem Luxemburger Investmentfonds gelandet war. Im Mai 2011 konnte die Stadt Schwarzenberg das Gebäude für 65.000 Euro zurückerwerben. Denn: Ein privater Investor hatte sich für eine Übernahme des Objekts interessiert. Nun aber, da die Stadt wieder Eigentümer der maroden Immobilie ist, hat der Investor das Interesse kurzfristig verloren. Damit war also die Stadt wieder gefragt, eine Entscheidung über Sanierung oder Abriss des Gebäudes zu treffen.
Am Ende entschied sich der Rat - trotz massiven Vetos von Finanzbürgermeister Bernd Weigel - für den Erhalt des 1858 errichteten Gebäudes. Es stünde zwar nicht unter Denkmalschutz, aber es sei historisch wertvoll und stadtbildprägend. "Der Bahnhof ist doch das erste, was Gäste in einer Stadt sehen. Einen Abriss könnte ich nicht mittragen", betonte Christof Dehnel von der CDU-Fraktion.
"Wenn wir den Bahnhof erhalten wollen, dann müssen wir umgehend damit anfangen. Noch einen Winter übersteht die Bausubstanz nicht", sagte Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU). Ihr schwebt vor, nach der Sanierung in dem Haus ein Schaudepot fürs Museum zu etablieren.
"Ich warne mit Nachdruck vor Folgekosten. Wir reden da von einer zusätzlichen freiwilligen Aufgabe, Personalkosten und Unterhaltung", hielt Weigel dagegen und hatte dabei die Haushaltszahlen der Stadt vor Augen. Derzeit belaufen sich die geschätzten Sanierungskosten auf 2,5 Millionen Euro, wobei 1,4 Millionen aus dem Förderprogramm "Stadtumbau Ost" in Aussicht stehen. Bleiben dennoch Eigenmittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro.

