Bronzeglocke aus St. Georgen Gerd Schlesinger, Vorsitzender des Glockenfördervereins Schwarzenberg, hinter der alten Bronzeglocke aus St. Georgen, die in Bayern mittels Spezial-Schweißverfahren saniert wird. Für die Restaurierung bekam der Förderverein dieses Jahr einen Zuschuss.

Foto: Lars Rosenkranz

Weniger Geld für Denkmalschutz

Erzgebirgskreis kann dieses Jahr nur noch halb so viele Zuschüsse wie 2009 vergeben

Schwarzenberg. Schwarzenberg. Dem Erzgebirgskreis mit seinen geschätzt 8500 Denkmalen stehen dieses Jahr nur 310.000 Euro Fördergeld zur Verfügung. Das sind nicht einmal halb soviel Mittel wie 2009. Allerdings geht Christoph Herrmann, Abteilungsleiter Bauaufsicht, Bauplanung und Vermessung im Landratsamt, davon aus, dass die Zuweisungen nicht weiter verringert werden, sondern sich etwa in dieser Höhe einpegeln. "Das ist auch das Minimum, darunter lohnt es sich nicht mehr, von einer Denkmalförderung zu sprechen."

Das Dilemma: Kriterien für die Verteilung der Gelder sind die Zahl der Denkmale und die Bevölkerungsanzahl des Kreises, nicht die Anzahl der Förderanträge. So komme es, dass der Landkreis Meißen 336.000 Euro Förderung bekommt, obwohl dort nur 32 Anträge gestellt wurden, sagt Ursula Grämer, Sachgebietsleiterin Denkmalschutz mit Sitz in Niederdorf. 81 Anträge auf Förderung des Mehraufwands gingen fürs laufende Jahr aus dem Erzgebirgskreis ein, so Grämer. 41 Förderungen wurden bewilligt - 16 Maßnahmen von Kirchgemeinden, zwei von Kommunen und 23 von privaten Bauherren.

"Auf die 41 teilten wir die vorhandenen 310.000 Euro auf", sagt Grämer. Insgesamt stehe hinter den bewilligten Maßnahmen ein Investitionsvolumen von rund zwei Millionen Euro. Die Aufteilung der Fördermittel sei mit den Verantwortlichen fachlich diskutiert worden, damit die Maßnahmen sinnvoll umsetzbar sind. So habe man kleinere Baulose gebildet - etwa Außenputzmaßnahmen an Kirchen seitenweise getrennt. Positiv in diesem Jahr sei gewesen, dass zeitig klar war, wieviel Geld zur Verfügung steht, sodass die Bauherren wussten, ob überhaupt eine Förderung kommt.

Wer leer ausgeht, werde im Folgejahr im Zuge einer Anhörung gefragt, ob er seinen Antrag aufrechterhalten will. Während Kirchenbauten meist von Jahr zu Jahr "weitergeschoben werden", springen private Bauherren eher ab, sagt Herrmann. Um diesen trotzdem eine Sanierung zu ermöglichen, würden oft Kompromisse vereinbart. So werden laut Grämer auch Maßnahmen genehmigt, die "nicht den ganz hohen Anforderungen" entsprechen. Als Beispiel nennt sie, bei der Dacheindeckung kostengünstigere Bitumenschindel statt Naturschiefer zu wählen. Denn wichtig sei am Ende, dass das Dach dicht ist.

Auch wenn die Mittel knapp sind, ermuntert Herrmann die Bauherren, weiter Anträge zu stellen. "Wir sind bemüht, das Maximum an Förderung heranzuschaffen." 18 ehrenamtliche Denkmalpfleger stehen den Bauherren im Erzgebirgskreis beratend zur Seite. Der Großteil ist jeweils für das Gebiet seines eigenen Altkreises zuständig, einige auf ihrem Fachgebiet auch erzgebirgsweit, erklärt Grämer. So berate Siegfried Birkholz aus Leukersdorf beispielsweise im gesamten Landkreis zu Stuckarbeiten. (vh)

 
erschienen am 20.07.2010
 
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