Austelvilla Bürgermeister Wolfgang Triebert (links) übergab die "Beletage" der Austelvilla am Wochenende an das Pächterehepaar Catrin und Uwe und Streubel.

Foto: Andreas Tannert

Austelvilla hat nun ihre "schöne Etage"

"Beletage" wurde offiziell an Gaststättenpächter übergeben - In rund sechs Wochen sollen auch die Arbeiten am Museum abgeschlossen sein

Zwönitz. Zwönitz. Filzpantoffeln müssen in der Austelvilla immer noch getragen werden. Aber jetzt im Gegensatz zu früher nicht mehr in der ersten, sondern in der zweiten Etage. In der ersten Etage, wo noch vor zwei Jahren das Sammelsurium des Zwönitzer Malermeisters Bruno Gebhardt untergebracht war, befinden sich jetzt Gaststättenräume. Aus der ehemaligen Museumsfläche ist die "Beletage", die "schöne Etage", des Hauses geworden. Am Samstag wurden die Räume offiziell an den Pächter des Park-Cafés, Uwe Streubel, übergeben.

260.000 Euro wurden in den letzten zwei Jahren in die Villa investiert. Dazu kommen noch erhebliche Leistungen des Bauhofes, der für Holz-, Maler- und Abbrucharbeiten eingesetzt wurde. Noch ist im oberen Geschoss der Restaurator Gert Alpha mit den letzten Arbeiten beschäftigt. Deshalb ist das Museum bis auf weiteres nur am Wochenende geöffnet. Doch in rund sechs Wochen sollen die Arbeiten endgültig abgeschlossen sein.

"Ich bin begeistert, wie perfekt es geworden ist", schwärmte Bürgermeister Wolfgang Triebert (CDU) bei der Übergabe. Ursprünglich sollten nur die Decken im Hausflur der Villa restauriert werden. Aber, so Triebert: "Als es losging, hat Herr Alpha hier ein bisschen gekratzt und da ein bisschen gekratzt." Und der Restaurator stieß auf überstrichene Landschaftsbilder und Engel und wollte nicht aufhören. "Das war so eine schöne Arbeit, dass man noch etwas einzahlen müsste", bekennt er. Ganz so weit ist Alpha nicht gegangen, aber er hat bei seinen Lohnforderungen erhebliche Abstriche gemacht. Und so erstrahlt das Treppenhaus jetzt in historischem Glanz.

Erhebliche Kosten waren noch durch die Brandschutzauflagen entstanden. Doch dafür ist jetzt ein stimmiges Gesamtkonzept für das Haus gefunden. Unten ist die Gaststätte untergebracht. Die Prunkräume der ersten Etage mit den hohen Räumen, den Stuckdecken und einem hochwertigen Interieur kann für Festlichkeiten und Veranstaltungen genutzt werden, und ganz oben zieht die gänzlich neu gestaltete Gebhardtsche Sammlung die Besucher an.

Weniger Exponate als früher werden gezeigt, aber deutlich übersichtlicher geordnet. "Es war schwierig, die mehr als 60 Fachgebiete auf so wenig Raum zu zeigen", so Sandy Borrmann. Die Zwönitzerin hat die Museumskonzeption erarbeitet und damit inzwischen auch Museumsleiter Harald Schindler überzeugt: "Das, was weniger geworden ist, ist an Wirkung dazugekommen. Ich merke an den Besuchern, dass ich nicht Recht hatte, es wieder so zu wollen, wie es vorher war." Die jetzige Präsentation des Museums fügt sich nahtlos in die insgesamt prächtige Villa ein. Dies gerade weil die Gebhardtsche Vielfalt, die von zwei Samurairüstungen, einer Pfeifensammlung und Uhren bis zu Zigarettenbildern, Knöpfen, Keramik und Büchern reicht, nicht mehr als gut geordnete Rumpelkammer gezeigt wird, sondern den Exponaten eben jenen Raum zubilligt, der ihnen gebührt. Dafür lohnt es sich, mit Filzpantoffeln durch die Räume zu schlurfen.

Service

Die Gebhardtsche Sammlung ist samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

www.austelvilla.de

 
erschienen am 14.03.2010 ( Von Cristina Zehrfeld )
 
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