Am 8. April macht die mobile Sparkassen-Filiale zum letzten Mal in Erlbach-Kirchberg Station.
Foto: Andreas Tannert
Bargeld gibt's demnächst beim Fleischer um die Ecke
Sparkasse Erzgebirge setzt erstmals auf Partner-Agenturen - Fahrbare Filiale dreht im April ihre letzte Runde in Erlbach-Kirchberg
Erlbach-Kirchberg. Erlbach-Kirchberg. Ein neues Zeitalter bricht für Kunden der Sparkasse Erzgebirge im Altkreis Stollberg an. Ab Mitte April werden Bankdienstleistungen des Kreditinstitutes zum ersten Mal auch dort zu haben sein, wo man sie bislang nicht erhielt: Beim Fleischer um die Ecke und im Gasthof.
Zunächst allerdings nur in der Gemeinde Erlbach-Kirchberg, die dabei eine Vorreiterrolle übernimmt. Dort und im Ortsteil Ursprung war seit einigen Jahren eine fahrbare Sparkassen-Filiale unterwegs, die zweimal wöchentlich ins Dorf kam. Das einem großen Wohnmobil ähnelnde Fahrzeug ist nun aber in die Jahre gekommen, erläutert Sparkassensprecher Kurt Rehahn. Ein neues anzuschaffen wäre unwirtschaftlich. "Außerdem ist mittlerweile ein spezieller Führerschein erforderlich, um das Mobil fahren zu dürfen", so Rehahn.
Also sah die Sparkasse sich nach alternativen Lösungen um und fand ein Modell, dass im Mittleren Erzgebirge schon seit Jahren praktiziert wird. Bargeld-Auszahlungen, das ist die mit Abstand am häufigsten nachgefragte Dienstleistung, werden künftig bei im Ort ansässigen Gewerbetreibenden möglich sein - in Erlbach-Kirchberg beim Fleischer und im Ortsteil Ursprung in einem Gasthof. Bis zu 200 Euro können Sparkasse-Kunden dort künftig pro Tag abheben. Zudem ist die Abgabe von Banküberweisungen möglich. Einzige Voraussetzung ist, dass sich die Kunden vorher haben registrieren lassen, dass sie an dem Verfahren teilnehmen wollen. "Bankgeheimnis und Datenschutz bleiben dadurch gewahrt", erläutert Rehahn. Als Vorteil des neuen Modells wertet er, dass das Geldauszahlen vom Girokonto damit auch samstags und sonntags möglich wird.
Für weiter führende Bankdienstleistungen, wie Bareinzahlungen und dergleichen, verweist er auf die Filialen in den Nachbarorten. "Keine Filiale im Geschäftsgebiet ist weiter als drei Kilometer vom Wohnort entfernt", betont Rehahn. Und wer mag, kann sich Berater der Sparkasse neuerdings auch ins Haus kommen lassen. Der "S mobil" genannte Service richtet sich in erster Linie an jene der weit über 100.000 Sparkassen-Kunden, die beruflich stark eingebunden sind und daher kaum Gelegenheit haben, zu den üblichen Öffnungszeiten in eine der mehr als 40Geschäftsstellen zu kommen.


