Wie viel Wasser die Zwönitz mit sich führte, kontrollierten in Burkhardtsdorf am Samstag auch Jörg Spiller (l.), Servicebetrieb- und Gemeindewehrleiter, sowie Rocco Reiland, Gerätewart der Freiwilligen Feuerwehr. Bis Sonntagabend stieg der Pegel auf rund 1,25 Meter an. Foto: Andreas Tannert
Hochwassersituation in der Region bleibt relativ entspannt
In Jahnsdorf galt allerdings zeitweise Alarmstufe I
Stollberg. Stollberg. Ein Pegelstand von 1,38 Meter wurde am Sonnabend, 13 Uhr in Jahnsdorf an der Würschnitz gemessen. Damit galt dort die Hochwasserwarnstufe 1. Sechs Stunden später waren es sogar 1,45 Meter, doch gegen Abend führte der Fluss schon wieder weniger Wasser.
"Diese Warnstufe haben wir schon ernst genommen. Die Stufe bedeutet allerdings nur erhöhte Aufmerksamkeit, erst ab Stufe II müssen wir Anwohner per Lautsprecherdurchsagen und Sirenen informieren. Der Stand der Würschnitz war zudem nicht so hoch, dass es kritisch wurde", so Frank Voitel, Wehrleiter in Jahnsdorf. Wie auch sonst bei normaler Schneeschmelze standen die Liegewiesen am Jahnsdorfer Freibad genauso wie die Stegenwiesen unter Wasser. Der Bereich zählt zum Überflutungsgebiet der Würschnitz. Auch Warnbaken und Schilder seien bereitgestellt worden, um die Zufahrtsstraße am Sonnenberg bei Bedarf sperren zu können. Das war aber bis Sonntagabend nicht nötig. "Die Leute haben auch bereits vorher Keller und Schuppen freigeräumt", berichtete Voitel. Zweimal musste die Wehr in die Ortslage Leukersdorf ausrücken: um einen eingebrochenen Gully zu reinigen und weitere Gullys an einer überfluteten Straße zu säubern.
In Burkhardtsdorf erreichte die Zwönitz gegen Abend nur fast die Hochwasserstufe 1 mit einem Pegelstand von 1,25 Meter gegen 19 Uhr. Nach Informationen der "Freien Presse" pumpten auch einige Anwohner ihre Keller aus. "Wir haben Vorgitter an Einläufen von Blättern, Gras und Zweigen befreit. Da halfen auch Anwohner mit", so Servicebetrieb- und Gemeindewehrleiter Jörg Spiller. Das sei besonders am Kirchsteig der Fall gewesen, wo ein unterirdisches Rohr in die Zwönitz führt. Dort schaffte die Gemeinde zwei Container Sand und 500 Sandsäcke hin. Auch am Sportplatz am Einlaufmauerwerk wurden Sandsäcke verlegt. "Bisher ist es aber ein normales Tauwetter", wertete Spiller.
"Wir hatten im Großen und Ganzen Glück, dass es fast nicht geregnet hat. Fünf Zentimeter mehr und die Würschnitz wäre an vielen Stellen richtig übergelaufen", schätzte Rolf Höfer, Bürgermeister von Niederwürschnitz, am späten gestrigen Nachmittag ein. Am Samstag sei am Feuerwehrgerätehaus ein Pegelstand von rund 80 Zentimetern gemessen worden. Zwei Problemstellen hatte es gegeben: Vor allem an der Wolfschachtstraße flossen große Mengen des Tauwassers von mehreren Feldern zusammen. Dort hatte der Bauhof schon am Donnerstag und Freitag Einläufe vom Schnee befreit. Auch die Anwohner überwachten an der Stelle das Wochenende über die Gullys, sicherten ihre Häuser mit Sandsäcken und Bauschaumplatten. Auch Pumpen liefen in Kellern. An der Staatsstraße 256, wo derzeit eine Brücke über die Würschnitz gebaut wird, wurde ein Fußgängerweg gesperrt, nachdem es an der bisher nur provisorischen Fußgängerbrücke einen Rückstau gegeben hatte. Ein einheimischer Baubetrieb entfernte Verbau-Teile an der Brücke, damit der Durchfluss nicht weiter behindert wird.
Die Freiwillige Feuerwehr Neuwürschnitz wurde am Samstag gegen 16 Uhr zum Einsatz an der Hartensteiner Straße gerufen. Dort war laut Wehrleiter Jörg Trommer Wasser vom Feld in ein Haus gelaufen und hatte den Keller etwa 15 Zentimeter unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr stapelte rund 30 Sandsäcke, sodass das Wasser am Haus vorbei in einen Straßenablauf rann.
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Die Pegel in Sachsen:
Die Daten werden bereitgestellt vom Landesamt für Umwelt und Geologie Sachsen

