Straßensperrung An der Oelsnitzer Kreuzung Bahnhof-/Untere Hauptstraße ist ein Stück Straße gesperrt. Hier oben wird zwar nichts gebaut, aber an dieser Stelle befindet sich der Einstieg für die Arbeiter, die im Kanal aktiv sind.

Foto: Andreas Tannert

Kanal unter der Straße ist eine Baustelle

In Oelsnitz wird zurzeit ein weiterer Abschnitt des unterirdisch verlaufenden Hegebachs saniert

Oelsnitz. Untertagearbeiten in Oelsnitz hatten in der Vergangenheit mit dem Steinkohlenbergbau zu tun, jetzt betreffen sie zumeist den Hegebach. Auch aktuell sind Arbeiter in den riesigen Röhren zugange, um einen weiteren Abschnitt des Kanals in Ordnung zu bringen. In dem sogenannten Stahlbetonhaubenprofil werden unter anderem Innenhaut und Sohle saniert. Baukosten: rund 200.000 Euro. Zwei Drittel werden gefördert, rund 67.000 Euro finanziert die Stadt. Der Abschnitt befindet sich zwischen Alter Staats- und Unterer Hauptstraße 21 und ist 680 Meter lang.

Als 2011 der kritischste Abschnitt, nämlich zwischen Unterer Hauptstraße 21 und 25 saniert wurde, habe man festgestellt, dass auch stromaufwärts - im Bereich Alte Staatsstraße einschließlich Kreuzung - dringender Sanierungsbedarf besteht, erklärt Christian Werner vom Bauamt der Stadt Oelsnitz. Auch stromabwärts seien noch vorbeugend Arbeiten notwendig.

Viele Jahre sei an dem im Stadtgebiet zu großen Teilen unterirdisch verrohrten Gewässer nichts gemacht worden, sagt Werner. Man sei sich auch der finanziellen Seite gar nicht bewusst gewesen. Nach dem Hochwasser im Jahr 2002 habe die Stadt dann aber konsequent begonnen, das Bauwerk zu untersuchen beziehungsweise zu sanieren.

Als der Bach 2004/2005 auf einem Teilstück geöffnet wurde, habe man erst in vollem Umfang gemerkt, in welchem Zustand das Bauwerk ist. "Wir haben hochgradig verrostete Träger vorgefunden", erinnert sich Christian Werner. Es gab Risse und Verpressungen. "Untersuchungen zeigten, dass die eingebauten Baustoffe aus der DDR-Zeit sehr gut sind. Aber wir verlangen jetzt obendrüber mehr von den Bauwerken", erklärt Werner. Die Punktbelastung nehme täglich zu. Über die Straße und damit den Kanal gingen immer mehr Lasten, die Lkws würden größer, der Fahrzeugverkehr habe generell zugenommen. Und: "Auch alle Klima- und Umweltveränderungen nimmt der Bach mit." Außerdem habe der Hegebach wie alles in der Stadt Bergbausenkungen erlebt, sei mehrfach verlegt worden.

Seit drei Jahren gibt es für den überbauten Bereich eine Zustandserfassung. Von der Bergakademie Freiberg war der Verlauf damals exakt vermessen worden. Werner: "Man weiß nun, was der Bach durch die Bergsenkung, aber auch durch räumliche Verschiebungen erfahren hat". Damit seien künftige Veränderungen ermittelbar. "Das werden keine Meter sein, aber hinsichtlich der Entfernung zu Häusern beziehungsweise Grundmauern können auch Zentimeter entscheidend sein."

Die Vermessung war aber vor allem auch Grundlage für die weitere Sanierung. Inzwischen wurden laut Werner alle Gefahrenstellen beseitigt, dort, wo es unterirdisch die größten Schäden gab, habe man auch alle Gully-Schächte saniert.

Die aktuellen Arbeiten zwischen Alter Staatsstraße und Unterer Hauptstraße 21 sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Besondere Vorkommnisse habe es hier bisher nicht gegeben, sagt Werner. Schwierigkeiten gebe es vor allem dort, wo Wasser eingeleitet werde. Dort wo jetzt gebaut werde, binde beispielsweise der vom Försterteich kommende Bach ein.

Was die Untertagebaustelle von anderen unterscheide, sei das Sicherheitskonzept. Was passiert, wenn plötzlich Wasser kommt, wenn "oben" durch einen Verkehrsunfall größere Mengen an Schadstoffen nach unten fließen? All dies seien Gefahrensituationen für die Arbeiter. Um diese zu minimieren, ist es derzeit untersagt, ohne Genehmigung oberhalb der Baustelle mehr als drei Kubikmeter Wasser aus Teichen, Becken oder Behältern einzuleiten. In Ufernähe ist es verboten, Arbeiten auszuführen, von denen für das Gewässer eine Gefahr ausgehen könnte. Auch landwirtschaftliche Arbeiten, die unter Umständen zu einer erheblichen Gewässerbelastung führen, sind untersagt.

Zurzeit werden drei weitere Kanalabschnitte geplant, sagt Werner. Seien diese saniert, habe man große Teile des Hegebachs geschafft, was Sicherheit und Ordnung betreffe. Bezüglich der Wasserqualität seien die Folgen schon erkennbar: "Unten haben wir jetzt Forellen drin."

 
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Kanal unter der Straße ist eine Baustelle
Der Hegebach in Oelsnitz
 
erschienen am 17.01.2012 ( Von Viola Gerhard )
 
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