Seit Anfang März steht der Stollberger Kreiskrankenhaus gGmbH ein neuer Computertomograph zur Verfügung, der detailgetreuere und schnellere Bilder liefert. Am Bildschirm: Katja Frotzscher, Medizin-Technische-Radiologieassistentin.t
Foto: Andreas Tanner
Krankenhaus rüstet Diagnosetechnik auf
Neues Computertomographiegerät seit Anfang März im Kreiskrankenhaus Stollberg in Betrieb - Detailreichere Bilder in kürzerer Zeit
Stollberg. Stollberg. Die Radiologen am Kreiskrankenhaus Stollberg setzen seit Anfang März einen neuen Computertomographen ein. Der Aquilion 64 liefert detailliertere Bilder in kürzerer Zeit als sein Vorgänger, sagte Fritz Teufl, Ärztlicher Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums. Nach Angaben der Klinik handelt es sich um das leistungsfähigste CT-Gerät der Region. Die Kosten von knapp einer halben Millionen Euro wurden aus dem Konjunkturpaket II finanziert.
Die Computertomographie gilt als wichtigste technische Entwicklung der Diagnostik seit Entdeckung der Röntgenstrahlen. Als in den 1960er Jahren der englische Musik- und Technologiekonzern EMI dank des Erfolgs der Beatles im Geld schwamm, stellten die EMI-Chefs dem Leiter der Entwicklungsabteilung frei, ein Problem seiner Wahl zu bearbeiten. Godfrey Hounsfield entwickelte das erste CT und erhielt einen Nobelpreis.
Bei der CT-Untersuchung werden Röntgenbilder eines Organs oder des ganzen Körpers in großer Zahl erstellt und zu einem dreidimensionalen Bild verknüpft. Das Verfahren wurde 1971 erstmals am Menschen eingesetzt. Im August 1998 kam der erste Computertomograph nach Stollberg. Dieses bisher im Kreiskrankenhaus eingesetzte Modell fertigte weniger Bilder bei längerer Aufenthaltsdauer des Patienten in der Röhre an. Durch die um ein Vielfaches besseren Parameter des neuen CT-Geräts der japanischen Firma Toshiba stehen dem Arzt mehr Informationen für die Diagnose zur Verfügung. Besonders bei Schwerverletzten kann sich der Zeitgewinn vor der Operation als lebensrettend erweisen. Eine Ganzkörperuntersuchung dauert jetzt 20 Sekunden.
Die hohe Auflösung des neuen CT-Geräts erlaubt es außerdem, Blutgefäße aller Körperregionen, auch die Herzkranzgefäße, aufzunehmen. Das war mit dem alten Gerät nicht möglich. Bislang schwer identifizierbare Leiden kann der Diagnosearzt nun leichter erkennen, was wiederum die Arbeit des Chirurgen vereinfacht.
Die Dosis der Röntgenstrahlung hängt von der Körperregion und der benötigten Auflösung ab. Bei Aufnahmen der Gliedmaßen oder des Brustkorbs wird die Strahlenexposition abgeschwächt, für die Darstellung von Blutgefäßen oder Organen wie Magen und Darm verstärkt. Im Allgemeinen gilt die Strahlendosis, die kurzzeitig auf den Körper des Patienten einwirkt, als nicht gesundheitsschädigend, so Chefarzt Teufl.


