Mehr Geld für Einsatz in der ersten Reihe

Stollberg zahlt Feuerwehrleuten an vorderster Front künftig deutlich höhere Aufwandsentschädigung - Auch Wehrleiter und Technikwarte profitieren

Stollberg. Stollberg. Feuerwehrleute, die bei Bränden an vorderster Front im Einsatz sind, erhalten von der Stadt Stollberg künftig finanziell deutlich mehr Anerkennung als bisher. Einer entsprechenden Anhebung der Entschädigungssätze hat der Stadtrat einstimmig zugestimmt. Demnach erhalten jene Einsatzkräfte, die Atemschutzgeräte tragen dürfen und somit bei Bränden dicht an die Brandherde herantreten können, zusätzlich zu Einsatz- und Dienstentschädigungen pro Jahr 100 Euro. Das sind 80 Euro mehr als bislang und übersteigt deutlich das, was ihre vorgesetzten Zug- oder Gruppenführer erhalten (26 bzw. 34 Euro).

Von der Neuregelung profitieren laut Wehrleiter Wolfgang Herbig insgesamt gut 50 Einsatzkräfte in Stollberg und den Ortsteilwehren Beutha, Gablenz und Oberdorf. "Auf diese Leute kommt es an, wenn es brennt", verdeutlichte er. Mit der Aufwandsentschädigung solle ein Zeichen der Anerkennung gesetzt werden. Denn Atemschutzgeräteträger verfügen nicht nur über eine besondere Ausbildung. Sie müssen sich auch fit halten und ihre gesundheitliche Eignung regelmäßig unter Beweis stellen. Anforderungen, die nicht jeder erfüllen kann.

Ebenfalls angehoben werden rückwirkend zum Monatsbeginn die Entschädigungssätze für die vier Ortswehrleiter und die Gerätewarte der Feuerwehren. So erhalten die Leiter der Feuerwehren in den Ortsteilen künftig monatlich 70 statt wie bisher 50 Euro, der Chef in Stollberg 100 statt wie bisher 80 Euro. Für die Jugendfeuerwehrwarte beträgt die Jahresentschädigung einheitlich 50 Euro (bisher 40 Euro). Gerätewarte erhalten in den Ortsteilen monatlich 35 Euro (bisher 25 Euro), in Stollberg 50 Euro (bislang 40 Euro). Analog, und das ist eine grundsätzliche Neuerung, werden künftig auch die Atemschutzgerätewarte der Wehren entschädigt.

Durch die neuen Sätze entstehen der Stadt laut Rathausangaben allein in diesem Jahr Extra-Ausgaben in Höhe von 5000 Euro. Für das kommende Jahr werden zusätzlich 10.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Zur Orientierung: Im gesamten Jahr 2009 zahlte Stollberg gut 27.000 Euro an Entschädigungen für die insgesamt 140 aktiven Feuerwehrleute. Über das gesamte Jahr hinweg waren diese zu 92 Einsätzen ausgerückt, darunter zu mehreren Großbränden.

Mit den neuen Entschädigungssätzen bleibt Stollberg allerdings weiterhin unter den in der sächsischen Feuerwehrverordnung verankerten Höchstsätzen. Die sehen beispielsweise für Gemeinde- und Ortswehrleiter bis zu 175 bzw. 120Euro vor. "Wir haben darüber im Feuerwehrrat beraten, auch in Hinblick auf die Finanzsituation der Stadt", so Wehrleiter Herbig.

 
erschienen am 22.07.2010 ( Von Michael Müller )
 
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