Sachsentag: "Wir machen mehr aus Nichts"
Trotz Hickhacks um die Schlemmermeile bleibt Organisationschef Optimist - Beantragter Zuschuss von 700.000 Euro noch nicht bewilligt
Oelsnitz. Oelsnitz. Die Finanzierung des Tags der Sachsen ist noch nicht in trockenen Tüchern. Die Stadt Oelsnitz, die das größte Volksfest des Freistaats am ersten Wochenende im September ausrichtet, hat Fördermittel von 700.000 Euro beantragt, ohne deren Bewilligung die Finanzplanung ins Wanken geriete.
Am Mittwoch sorgte ein Pressebericht für Unruhe, wonach die Bewilligung des Geldes in dieser Höhe seitens der Landesdirektion infrage stehe. Gegenüber "Freie Presse" stellte am Nachmittag eine Behördensprecherin klar, dass die Organisatoren mit der Förderung sicher rechnen können. Für Organisationschef Tilo Nüßler steht der Freistaat im Wort. Die Summe entspricht dem Zuschuss, den frühere Ausrichterstädte erhalten haben, erläuterte am Mittwoch die Oelsnitzer Kämmerin Angelika Hans. Insgesamt sind Ausgaben in Höhe von 1,3 Millionen Euro geplant.
Bürgermeister Hans-Ludwig Richter (parteilos) kündigte vorsorglich an: "Wenn der Zuschuss nicht kommt, wenden wir uns an den Ministerpräsidenten." Tillich hatte Oelsnitz im September besucht und seine Unterstützung für den Tag der Sachsen zugesichert.
Die "Schlemmermeile" mit gastronomischen Angeboten auf der August-Bebel-Straße sieht Nüßler trotz einer Mittelkürzung durch das sächsische Umweltministerium nicht in Gefahr. Am Montag war bekannt geworden, dass ein Zuschuss von 112.000 Euro gestrichen worden sei. "Bei diesem Thema waren die Stadt und wir als Organisatoren sowieso außen vor", erläuterte Nüßler. "Das Umweltministerium arbeitet mit einer Marketinggesellschaft zusammen, die sich um die Händler kümmert. Es könnte also sein, dass die Händler jetzt stärker ran müssen. Sicher wird eine gemeinsame Lösung gefunden." Augenzwinkernd fügt Nüßler hinzu: "Wir sind außerdem Erzgebirger. Wir machen mehr aus Nichts." Im Umweltministerium ist am Donnerstag eine Sitzung zur Schlemmermeile angesetzt, ohne Beteiligung der Stadt Oelsnitz, wie Bürgermeister Richter bestätigt.
Im Organisationsbüro gehen indessen die Vorbereitungen weiter. Am Donnerstag wollen sich die Organisatoren mit dem aus Nordrhein-Westfalen kommenden Betreiber der Parkplätze treffen, vor Ort am geplanten Hauptparkplatz an der B 180 in Niederwürschnitz. Der Oelsnitzer Stadtrat hatte die Kooperation mit der Firma Komparking vorige Woche abgesegnet und sich damit auch eine Regenvariante gesichert. Sollte es am Sachsentag, wie in den letzten Jahren häufig, vom Himmel schütten, werden Kunststoffbahnen auf dem Massenparkplatz ausgelegt.
Mit der Zahl der Anmeldungen von Händlern und Helfern zum jetzigen Zeitpunkt zeigte sich Organisationschef Nüßler zufrieden. Die Meldungen der Vereine kämen schleppend, das sei aber normal nach den Erfahrungen früherer Ausrichter. Bis 31. März müssen sich Vereine melden, die einen Zuschuss vom Freistaat in Anspruch nehmen wollen. Ohne Förderung sind Anmeldungen noch bis kurz vor dem Fest möglich.


