Der Bürgermeister der Sachsentag-Stadt, Hans-Ludwig Richter, mit der silbernen Medaille der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft. Ab sofort wird die Medaille im Rathaus und im Museum verkauft. Foto: Andreas Tannert
Wahrzeichen in feinstem Silber
Eines der ältesten Werbemittel der Menschheitsgeschichte: Sächsische Numismatiker haben offizielle Medaille zum Tag der Sachsen geprägt
Oelsnitz. Oelsnitz. In der größten Medaillenedition über sächsische Städte, die es gibt, hat jetzt auch Oelsnitz einen Platz. Am Mittwoch stellte der Präsident der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft (SNG), Rudolf Reimann aus Kamenz, die Medaille zum Tag der Sachsen vor. Seit dem ersten Fest in Freiberg 1992 bringt die SNG solche Medaillen mit Stadtmotiven heraus. Zum dritten Mal nach Grimma und Mittweida ist die SNG offizieller Partner der Staatskanzlei. Das amtliche Logo des Sachsentags darf deshalb die Oelsnitzer Prägung zieren. Bis 2007 hatten sich westdeutsche Prägegesellschaften dieses Recht gesichert.
"Sachsen prägen für Sachsen", freut sich Reimann, der am Mittwoch die Erstauflage der Medaillen nach Oelsnitz brachte und Bürgermeister Hans-Ludwig Richter (parteilos) überreichte. Sie werden ab sofort in der Stadtinformation und im Bergbaumuseum zum Preis von knapp 40 Euro verkauft. Die erste Sachsentag-Medaille der SNG (Freiberg) war 1992 noch für 25 D-Mark zu haben. Dann schoss vor allem der Silberpreis in die Höhe. Den Wert der gesamten Suite zum Tag der Sachsen, die bisher 19 Prägungen umfasst, schätzt Reimann auf über 1000 Euro. Der ideelle Wert sei viel höher, weil die meisten der Medaillen nicht mehr erhältlich seien.
Die Oelsnitzer Medaille misst wie ihre Vorgänger im Durchmesser 40 Millimeter, ist aus 999er Silber hergestellt, wiegt 25 Gramm. Neben der Feinsilber- wird eine preiswertere Kaiserzinn-Variante angeboten, Gewicht: 22 Gramm, Preis: rund zwölf Euro. Im Kaiserzinn sind geringe Silber-Anteile enthalten. Die genaue Zusammensetzung bleibt laut Reimann ein Geheimnis der englischen Lieferanten des Materials.
Von der Medaille werden bis zu 900 Stück in Feinsilber und bis zu 700 Stück in Kaiserzinn geprägt. Die Startauflage beider Qualitäten liegt bei jeweils 200 Exemplaren. Der Entwurf stammt von Heiko Ziesch aus Bischofswerda und wurde mit dem Bürgermeister und sachkundigen Oelsnitzern abgestimmt. Er zeigt in verblüffendem Detailreichtum unter anderem das Rathaus, den Marktbrunnen, den Turm der Deutschlandschachthalde, den Karl-Liebknecht-Schacht und das Viadukt samt Kohlenzug. Dazu lassen sich ein geologisches Profil und ein halber Globus samt Meridianen erkennen, die das Motto "Oelsnitz feiert am Äquator" illustrieren. Die Details sind so filigran, dass sich etwa der Zug auf dem Viadukt beinahe nur mit der Lupe erkennen lässt, dann aber deutlich. Bei einer Bergmannsfigur sei darauf geachtet worden, dass es um Steinköhler gehe, und nicht einfach irgendein Klischee als Vorlage verwendet, hob Reimann hervor. Gravur und Herstellung hat die 1. Dresdener Medaillenmünze Glaser & Co. GmbH besorgt. Der Prägestempel ist von Hand gestochen worden.
Mit der Medaillenpräsentation ist der Tag der Sachsen für die Numismatiker - etwa 400 Mitglieder zählt die SNG - nicht abgehakt. Die Gesellschaft hat einen Stand im Festgebiet beantragt und wird einen Wagen im Festumzug bestücken. In historischen Gewändern wollen Rudolf Reimann, der Chef der Stollberger Numismatiker Lothar Pfüller und ihre Mitstreiter so genannte Auswurfgroschen prägen und unters Volk bringen. Der Blick zurück in die Geschichte hat seinen Grund. Reimann: "Dass Münzen und Medaillen gute Werbeträger sind, haben Kaiser und Könige vor 3000 Jahren erkannt und für sich genutzt."


