Foto: Stadtverwaltung

Stollberg plant Abrisse im Schlossareal

Einige Stadträte bringen Denkmalschutz zur Debatte

Stollberg. Stollberg. Der Stadtrat hat am Montag Geld zum Abriss einzelner Nebengebäude von Schloss Hoheneck bewilligt. Es handelt sich dabei beispielsweise um die alte Turnhalle, die ehemalige Wäscherei, die Kohlenanlage, das Heizhaus und andere abrissreife Nebengebäude auf dem Areal. Der geplante Abbruch ist Teil eines Stadtteilkonzeptes, welches für den gesamten Ortsteil Hoheneck möglichst bis Jahresende erstellt werden soll.

Allerdings fehlt für die Maßnahme, die laut Stadt etwa 430.000 Euro kosten soll, noch das für die Umsetzung notwendige Fördergeld. Dieses soll nach jetzigen Schätzungen etwa 385.000 Euro betragen. "Über das Landesprogramm Revitalisierung von Brachflächen wird der entsprechende Fördermittelantrag bei der Landesdirektion Chemnitz eingereicht", schreibt die Verwaltung. Der Beschluss beinhaltet unter anderem den Eigenanteil der Stadt an der Maßnahme in Höhe von 44.500 Euro. Für 2011 seien seitens der Landesdirektion die Mittel bereits in Aussicht gestellt worden.

Abbruch soll 2012 zu Ende sein

Nach jetziger Planung soll die erste Hälfte der Abrissmaßnahmen noch in diesem Jahr erfolgen, die zweite Hälfte dann in 2012. OB Marcel Schmidt wäre es am liebsten, gleich alles dort oben "aufzuräumen." Aber nur, "wenn wir die definitive Zusage der Fördergelder haben", so der Stadtvater.

Seitens einiger Stadträte wurde das Thema Denkmalschutz in die Debatte eingebracht. Besonders für den ehemaligen Medizintrakt und das Kulturhaus. Schmidt will nun mit dem Denkmalschutz verhandeln, weil er für keines der Häuser noch eine realistische Nutzung in der Zukunft erkennen kann.

Park an der Mauer geplant

Die Stadt will zudem an der jetzigen Mauer einen Park einrichten. Alle anderen freigewordenen Flächen würden vorerst frei bleiben.

Erst Mitte Mai diesen Jahres hatte Bundespräsident Christian Wulff das ehemalige DDR-Frauengefängnis besucht und dazu aufgerufen, die Erinnerung an die deutschen Unrechtsregime wachzuhalten. Im Vorfeld des Besuches von Wulff hatte der Direktor der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, die Rettung des ehemaligen Frauengefängnisses Hoheneck als Gedenkort gefordert. An keiner anderen Stelle hätten Frauen zu DDR-Zeiten so gelitten wie hier. Eine Möglichkeit wäre, dass frühere Gefängnis unter das Dach der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zu nehmen. Nach langen Querelen zwischen dem Besitzer der Immobilie und dem Frauenkreis ehemaliger Hoheneckerinnen hinsichtlich der Zukunft des Gebäudes hatten beide Seiten vor kurzem signalisiert, sich für eine gemeinsame Lösung stark zu machen.

Der Eigentümer - ein Investor aus dem Saarland - hatte den Gebäudekomplex 2003 gekauft. Seine einstigen Pläne zur Einrichtung eines Event-Hotels scheiterten am Protest der Opferverbände.

 
erschienen am 18.07.2011 ( Von Jan Oechsner )
 
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