Der Stein für den Kompanieschützen Christian Friedrich Frenzel.
Foto: Karl-Ludwig Oberthür
Einfacher Soldat erhält ein Denkmal
Grenadierbataillon von Spiegel begleitet Einweihung in Wolkenstein mit Salutschüssen
Wolkenstein. Wolkenstein. Ein Gedenkstein für den Kompanieschützen Christian Friedrich Frenzel (1780-1864) hat am Samstagabend der Verein Grenadierbataillon von Spiegel im Hof von Schloss Wolkenstein eingeweiht. Frenzel wurde in Schlettau geboren und diente etwa zur gleichen Zeit in der sächsischen Armee wie der bekannte Wildschütz Karl Stülpner.
"Bislang liegen uns vor allem Aufzeichnungen von Offizieren aus jener Zeit vor. Dass ein einfacher Soldat seine Erinnerungen zu Papier bringt, kommt dagegen selten vor, weil nur wenige schreiben konnten", würdigte Hans-Jürgen Donner vom Militärhistorischen Museum dessen Verdienst. Somit bleibe der Nachwelt erhalten, welche Sichtweise ein einfacher Infanterist auf die napoleonischen Kriege hatte. Zugleich warnte Donner davor, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, da die Berichte erst 20 bis 30 Jahre nach dem Erlebten geschrieben worden seien. Sebastian Schaar hat den Text in zeitgemäßes Deutsch übersetzt und mit Kommentaren zur Geschichte und der Zeit, in der Christian Friedrich Frenzel lebte, versehen. Ähnliche Aufzeichnungen gibt es maximal ein Dutzend in Sachsen. Dem Vereinsvorsitzenden des Grenadierbataillons, Thomas Lechner, ist es derweil zu verdanken, dass heute der Stein - gefertigt von einer Zschopauer Steinmetzfirma - in Wolkenstein steht.
Die Einweihung erfolgte am Samstag mit mehreren Salutschüssen. Zuvor hatte das Bataillon auf der Anton-Günter-Höhe Exerzieren geübt. Einen Höhepunkt gab es 2008: Mit anderen Vereinen hatten die Wolkensteiner bei der Nachstellung der Völkerschlacht ein gesamtsächsisches Bataillon gebildet. 2000 Darsteller aus ganz Europa waren damals beteiligt. (mit obt)


