Einer der weißen Außenseiter ist fotografiert worden.
Foto: Falk Preusche
Erneut Rehweißchen im Erzgebirgswald entdeckt
Vier Jahre nachdem ein weißes Bambi gesichtet wurde, gibt es Albino-Rehe gleich im Doppelpack
Weißbach. Wie ein Fabelwesen sorgt in der Gegend um Weißbach ein Albino-Reh für Aufsehen. Offenbar sind die Jungtiere sogar im Doppelpack unterwegs. Zwillinge werden von einer normal gefärbten Ricke begleitet, berichtet "Freie Presse"-Fotograf Thomas Fritzsch: "Ich habe sie am Samstagabend für Sekunden gesehen. Wunderschön, wie Geißlein." Doch bevor er auf den Auslöser drücken konnte, war das Trio fort.
Falk Preusche aus Amtsberg hatte da mehr Glück, er konnte eines der beiden Tiere auf einer Wiese fotografieren. Wiederholt habe er das Trio gesehen. Mehr als zehn Weißbacher hätten nach seiner Kenntnis die weißen Außenseiter entdeckt. Das bestätigte Wirtin Christine Richter vom "Schützhaus" in Weißbach. "Viele Gäste sagten, dass sie die Tiere zu ganz unterschiedlichen Tageszeiten gesehen hätten."
Eigentümlich ist, dass nahezu in der gleichen Region schon 2008 ein weißes Bambi auftauchte. Der Gelenauer Fotograf Heiko Neubert hatte es damals mit seiner Kamera festgehalten. Haben die Zwillinge die gleichen Elterntiere? 2009 war das weiße Tier dann überfahren worden. Denn Albinos sehen schlecht, durch Verlustmutation fällt laut Biologen der Erbfaktor für die Haarfarbe aus, sie leiden zudem unter einer Sehstörung. Möglicherweise ist deshalb 1983 ein Albino-Reh bei Zschopau Opfer der Erntetechnik geworden.
Einige meinen zwar, dass für Menschen die Chance, von einem Blitz getroffen zu werden, höher sei, als in der Tierwelt einen Albino zu entdecken. Doch das scheint zumindest in der erzgebirgischen Region nicht zuzutreffen: 2006 war bei Grünhainichen ein weißes Bambi fotografiert worden, ebenso 2010 in Sorgau bei Zöblitz. In diesem Frühjahr hatte der Tierfotograf Jan Gläßer in Pockau ein Albino-Reh vor seiner Kamera. Auch im Stollberger Raum sind Außenseiter gesichtet worden. Damit dürften die weißen Zwillinge nicht mehr soviel Aufsehen erregen: 2006 beschäftigten sich deutschlandweit Medien mit einem Albino-Reh aus Oberlungwitz. Stefanie Hertel wollte zugunsten des weißen Tieres singen. Selbst das Ministerium wurde zu einem möglichen Abschuss befragt. Das allerdings dürfte keine Frage sein, denn nach der Legende soll es Unglück bringen, ein Albinotier abzuschießen.

